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Kaffee-Kaltgetränke Gekühlt und geschüttelt

Friederike Stahmann | 06. Juni 2011
Kaffee-Kaltgetränke: Gekühlt und geschüttelt

Bildquelle: iStockphoto

Wenn der Verbraucher Abkühlung braucht, freut sich der Handel. Dabei ist es egal, ob er zu Eiskaffee, Eistee oder Milchshake greift. Diese Märkte haben Potenzial.

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In früheren Jahren nur noch gut für den Ausguss, lässt heute kalter Kaffee die Herzen von Molkereien, Händlern und meist jungen Verbrauchern höher schlagen. Die Geschichte vom kalten Kaffee ist weder alt noch langweilig, sondern die Erfolgsstory der letzten Jahre aus dem Kühlregal. Mit einem Absatzplus im vergangenen Jahr ist Eiskaffee das einzige Segment der weißen Linie, das nicht verloren hat. Im Gegenteil, so zeigen es die Analysen des Marktforschungsinstitutes Nielsen aus Frankfurt: Kalter Kaffee konnte sogar um satte 12,7 Prozent zulegen. Der Umsatz im Lebensmittel-Einzelhandel, in Drogeriemärkten und Getränkeabholmärkten betrug 113,5 Mio. Euro. Und es scheint noch Luft nach oben zu geben. „Eiskaffee gehört zu den wenigen wachstumsstarken Segmenten im Milchmarkt", beobachtet Günter Berz-List, Vorstand der Schwälbchen Molkerei in Südhessen. Und diesen Markt gilt es zu pushen, um weitere Zuwächse zu generieren. In diesem Frühjahr lanciert Schwälbchen daher den Caffreddo Flat White, ein Double-Shot Espresso Australian Type. Die Bad Schwalbacher kommen damit dem Wunsch der Verbraucher nach einem stärkeren Kaffeearoma auch bei den gekühlten Kaffeespezialitäten nach.

Auch in der Schweiz ist man nicht untätig. Der Riese in diesem Segment, Emmi, startete Mitte April in den Kühlregalen mit Caffè Latte Light Brazil. Der Becher mit Dschungelmotiven verrät, was in ihm steckt: Kaffee aus brasilianischen Arabica-Bohnen, dazu Schweizer Milch. Auf Kristallzucker wird verzichtet. Luxus für den Alltag verspricht der ebenfalls seit April zu habende Caffè Freddo Crema Fairtrade von der Privatmolkerei Bauer. Mit dem Produkt bekennt sich die Marke Mövenpick zum fairen Handel und bedient das gesellschaftliche Bedürfnis nach lustbetonten Genuss bei bewusstem Einkaufen.

Ebenfalls gekühlt und geschüttelt werden müssen Milchshakes. Mit den Attributen „cremig, schaumig, lecker" lanciert die Emmi ab Mai einen Milkshake im 230-ml-Becher für einen Ladenpreis von 1,49 bis 1,79 Euro. Der Shake wird in drei Sorten, Erdbeere, Schokolade und Vanille, angeboten.

Einen ähnlichen Weg geht man auch in Bayern. Mit Frappé präsentiert Bauer unter der Marke Mövenpick eine Produktrange, die neue Akzente im Milchshake-Segment setzen soll. Das Besondere daran ist die Verpackung. Der Becher ist griffig wie ein Shaker und so beim Schütteln besonders handlich. Das teils transparente Design gewährt einen direkten Blick auf den Inhalt. Mit 1,19 Euro Ladenverkaufspreis liege man unter dem des Wettbewerbers Emmi.

Auch bei Eistees scheint noch keine Marktsättigung in Sicht. 2010 wurden laut Angaben der IRI-Group in Düsseldorf 802 Mio. l über Lebensmittelhandel, Drogeriemärkte und Getränkeabholmärkte abgesetzt. Das Segment generierte damit ein leichtes Plus beim Absatz von 2 Prozent und gut 5 Prozent beim Umsatz. Als wichtigste Innovation kommt Eisteehersteller Pfanner in diesem Jahr mit der Sorte Himbeer-Zitrone und Grüner Tee Zitrone-Lychee auf den Markt. Beide Tees stehen in PET-Flaschen im Regal. Die Pfanner-PET-Linie mit Sleeve- bzw. Folienetikett steht nach Unternehmensangaben für ein modernes, frisches, jugendlich-sportliches Image.

Der ebenfalls in Österreich beheimatete Eistee-Hersteller Rauch überrascht mit Ice Tea Black. Die schwarze PET-Flasche sticht ins Auge. Auch der Inhalt ist ungewöhnlich: Der Eistee punktet durch den Zusatz von Kohlensäure, die die fruchtige Note der beiden Sorten Citrus Charge und Peach Power unterstützt. Für den Ice Tea Black wurde der Anteil an Schwarztee erhöht, was seine erfrischende Wirkung ebenso verstärken soll wie sein hoher Gehalt an natürlichem Fruchtsaft.