KI-Infrastruktur Schwarz Digits bewirbt sich um EU-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz

Die EU will bis zu sieben KI-Gigafactories aufbauen und investiert dafür Milliarden. Unter den deutschen Bewerbern ist auch die Digitalsparte der Schwarz-Gruppe. Die Lidl-Mutter konkurriert dabei unter anderem mit der Deutschen Telekom und dem Cloud-Anbieter Ionos.

Donnerstag, 30. Juli 2026, 12:57 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Schwarz Digits bündelt die IT-, Cloud- und Cybersicherheitsaktivitäten der Schwarz-Gruppe und entwickelt digitale Lösungen sowohl für Lidl und Kaufland als auch für externe Unternehmen. Bildquelle: Schwarz-Gruppe

Die Europäische Kommission hat das Bietverfahren für den Aufbau von bis zu sieben sogenannten KI-Gigafactories eröffnet. Dabei geht es um Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, mit denen Europa im globalen Wettbewerb mit den USA und China aufholen will. Für den Lebensmittelhandel ist das Vorhaben auch deshalb relevant, weil Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte des Lidl- und Kaufland-Mutterkonzerns Schwarz-Gruppe, zu den deutschen Bewerbern gehört.

Insgesamt stehen laut der Mitteilung bis zu zehn Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln der EU und der teilnehmenden Mitgliedstaaten bereit. Diese öffentlichen Gelder sollen den Angaben zufolge mindestens 20 Milliarden Euro an privaten Investitionen anstoßen, sodass das Gesamtvolumen auf über 30 Milliarden Euro steigen könnte. Ziel der Initiative ist es, die europäische KI-Infrastruktur auszubauen und Unternehmen, Wissenschaft sowie öffentlichen Stellen den Zugang zu Hochleistungsrechnern zu erleichtern.

Die EU will mit den Gigafactories nach eigenen Angaben die digitale Souveränität stärken und die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen wie Microsoft, Google und Amazon verringern. Die geplanten Rechenzentren sollen moderne KI-Prozessoren, Cloud-Technologien, Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und energieeffiziente Infrastrukturen bündeln.

Deutsche Bewerber konkurrieren untereinander

Aus Deutschland treten mehrere Unternehmen getrennt voneinander an – und stehen damit auch untereinander im Wettbewerb. Neben Schwarz Digits bewerben sich die Deutsche Telekom, der Cloud-Anbieter Ionos gemeinsam mit dem Baukonzern Hochtief sowie kleinere Akteure wie Impossible Cloud oder Blue Swan. Ursprüngliche Pläne, die großen deutschen Technologieunternehmen in einer gemeinsamen Bewerbung zu bündeln, scheiterten der Mitteilung zufolge unter anderem daran, dass SAP und Siemens sich bei ihren Interessensbekundungen zurückgehalten hatten.

Für die Schwarz-Gruppe, die mit Lidl und Kaufland vor allem als Handelskonzern bekannt ist, wäre ein Zuschlag ein weiterer Schritt beim Ausbau ihres Digitalgeschäfts. Schwarz Digits bietet bereits Cloud- und IT-Dienstleistungen an und positioniert sich zunehmend als Technologieanbieter auch außerhalb des Handels.

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