Der Einkaufswagenhersteller Wanzl hat einen mehrmonatigen Praxistest seines smarten Einkaufswagens Fastlaner im V-Markt München im Euro-Industriepark abgeschlossen. Das Pilotprojekt unter dem Namen V-Markt Express liefere wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung vernetzter Self-Checkout-Lösungen im großflächigen Einzelhandel, teilte Wanzl mit.
Im Mittelpunkt des Tests stand das Zusammenspiel mehrerer Checkout-Formate im laufenden Betrieb: der smarte Einkaufswagen Fastlaner, mobile Handscanner, stationäre Selbstbedienungskassen und ein sogenannter Smart Exit. Der Standort mit rund 17.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und etwa 300.000 gelisteten Produkten aus den Bereichen Lebensmittel, Non-Food und Baumarkt sei bewusst gewählt worden, um die Technik unter anspruchsvollen Realbedingungen zu erproben. Nach Abschluss der Pilotphase sollen die Systeme laut Wanzl bis Ende 2026 weiter im Einsatz bleiben.
Den Angaben zufolge verzeichnete das Projekt zwischen Februar und Mitte Juli rund 14.600 Nutzungsvorgänge bei einer durchschnittlichen Einkaufsdauer von gut 23 Minuten. Bei den mobilen Express-Services entfielen 62,6 Prozent der Nutzung auf Handscanner und 37,4 Prozent auf den Fastlaner. 30 Prozent der Fastlaner-Nutzer griffen im Testzeitraum erneut auf den smarten Einkaufswagen zurück, bei den Selbstbedienungskassen lag die Wiederkehrquote nach eigenen Angaben bei über 61 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Befragten hätten die neuen Services als nützlich oder sehr nützlich bewertet. Über 17 Prozent der Nutzungsvorgänge dauerten länger als 45 Minuten, was darauf hindeute, dass die Services nicht nur für kleine Einkäufe genutzt wurden. Die Warenkorbwerte hätten bei Verwendung der mobilen Express-Services teils deutlich über den bisherigen Vergleichswerten gelegen, so Wanzl.
Wanzl und V-Markt setzen auf Wahlfreiheit beim Bezahlen
„Der Pilot hat gezeigt, dass Express-Services im Großflächenhandel vor allem dann relevant werden, wenn sie als vernetztes System gedacht sind“, zitierte Wanzl Stefan Huemer, den für den Digitalbereich zuständigen Vizepräsidenten des Unternehmens. Dominik Endres, IT- und Projektverantwortlicher bei V-Markt, betonte laut der Mitteilung die Bedeutung der Wahlfreiheit: „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Wahlfreiheit ist: Kunden konnten selbst entscheiden, ob sie klassisch kassieren, stationären Self-Checkout nutzen, mit Handscanner einkaufen oder den Fastlaner verwenden.“ Im laufenden Betrieb traten den Angaben zufolge unter anderem Herausforderungen bei der WLAN-Stabilität, bei Scan-Prozessen, bei der Erkennung von Aktionspreisen sowie bei Sonderfällen wie Tankgutscheinen auf. Diese Probleme seien im Projektverlauf gemeinsam mit den Partnern Shopreme und DRS behoben worden.
Ein weiteres Ergebnis des Pilotprojekts betrifft das Thema Retail Media. Wanzl entwickelte nach eigenen Angaben gemeinsam mit V-Markt ein Konzept, um klassische Handzettel-Angebote über das Display des smarten Einkaufswagens digital auszuspielen. Das Konzept eröffne Perspektiven für kontextbezogene Werbung und neue Werbekostenzuschuss-Modelle mit Industriepartnern, so das Unternehmen.
