Verdienstlücke 2025 Bereinigter Gender Pay Gap verharrt bei 6 Prozent

Frauen haben 2025 bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde 6 Prozent weniger verdient als Männer. Der bereinigte Gender Pay Gap blieb damit unverändert, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Ist diese Gehaltslücke allein eine Folge von Diskriminierung? Nicht unbedingt.

Donnerstag, 18. Dezember 2025, 10:57 Uhr
Theresa Kalmer
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten Frauen 2025 mit 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Männer. In diesem unbereinigten Gender Pay Gap sind Unterschiede wie Berufswahl und Teilzeit nicht berücksichtigt. Bildquelle: Getty Images

Frauen haben im Jahr 2025 in Deutschland bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie pro Stunde 6 Prozent weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Dies entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. In den westlichen Bundesländern lag der bereinigte Verdienstunterschied bei 6 Prozent, in den östlichen Bundesländern bei 9 Prozent.

Unbereinigter Pay Gap stagniert bei 16 Prozent

Der unbereinigte Gender Pay Gap, der die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern ohne Anpassungen gegenüberstellt, lag im Jahr 2025 bei 16 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr blieb er den Angaben zufolge ebenfalls konstant. Frauen erhielten mit 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Männer, die 27,05 Euro verdienten.

Der bereinigte Gender Pay Gap erfasst den Teil des Verdienstunterschieds, der nicht durch die im Schätzmodell verfügbaren Merkmale erklärt werden kann. Er macht 40 Prozent des gesamten Verdienstunterschieds aus, was 1,71 Euro von insgesamt 4,24 Euro entspricht. 

Obergrenze für mögliche Verdienstdiskriminierung

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass der bereinigte Gender Pay Gap als Obergrenze für eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen ist. Es sei davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analyse zur Verfügung stünden, etwa Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, der Geburt von Kindern oder der Pflege von Angehörigen.

Teilzeitarbeit von Frauen erklärt einen Teil der Gehaltslücke

Rund 60 Prozent des unbereinigten Gender Pay Gaps lassen sich durch die für die Analyse zur Verfügung stehenden Merkmale erklären. Ein wesentlicher Faktor ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, was in der Regel mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht. Hierauf sind 19 Prozent der Verdienstlücke zurückzuführen. Zudem arbeiten Frauen häufiger in Branchen und Berufen, in denen allgemein geringer entlohnt wird, was rund 18 Prozent des Verdienstunterschieds erklärt. Etwa 13 Prozent der Verdienstlücke lassen sich durch das Anforderungsniveau des Berufs erklären.

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