IVD-Preisspiegel Einzelhandelsmieten in Deutschland sinken leicht

Die Mieten für Einzelhandelsflächen in Top-Lagen sanken 2025 um rund 3 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Preise für moderne Büros um 6 Prozent. München bleibt die einzige Metropole mit Preisanstiegen im Einzelhandel. Das geht aus dem neuen Gewerbe-Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland hervor.

Mittwoch, 05. November 2025, 11:33 Uhr
Thomas Klaus
In Top-Lagen von Frankfurt werden hohe Mieten für Einzelhandelsflächen aufgerufen. Bildquelle: Getty Images

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat seinen Gewerbe-Preisspiegel 2025/2026 vorgestellt. Die Auswertung basiert auf Daten aus rund 420 Städten. Das Ergebnis: Der Markt stabilisiert sich, allerdings nur über Qualität, wie der Verband mitteilte.

Leichter Abwärtstrend bei Einzelhandelsflächen

Die Mieten für Einzelhandelsflächen in den besten Lagen der Geschäftskerne sanken 2025 im Durchschnitt um rund 3 Prozent, in den 1b-Lagen um etwa 2 Prozent. Auch in den Nebenlagen setzte sich der moderate Abwärtstrend fort. Gut sichtbare Ladenlokale in frequenzstarken Bereichen mit zeitgemäßer Ausstattung bleiben zwar nachgefragt, können ihr Mietniveau aber nicht behaupten, heißt es vom IVD.

Die Handelslandschaft verändert sich: Die Zahl der stationären Geschäfte sank laut Handelsverband Deutschland bei annähernd gleichbleibender Fläche auf rund 306.000 – seit 2015 ein Rückgang um fast 20 Prozent. Die Besucherfrequenzen der Innenstädte erholen sich jedoch: Laut Hystreet-Index stiegen sie 2024 um 1,5 Prozent. Der private Konsum wirkt nach Jahren der Zurückhaltung wieder als Stabilitätsfaktor. Die Anschaffungsneigung erreicht sowohl beim GfK-Konsumklima als auch beim HDE-Konsumbarometer Höchststände seit dem Jahr 2022, wie der Immobilienverband mitteilte.

München trotzt dem Abwärtstrend

München bleibt Spitzenreiter mit bis zu 295 Euro pro Quadratmeter für kleine und 230 Euro pro Quadratmeter für große Einzelhandelsflächen in Toplagen. Die Stadt ist die einzige Metropole mit Preisanstiegen in den Spitzenlagen. Düsseldorf und Köln weisen die stärksten Preisgefälle auf – kleine Flächen sind teils doppelt so teuer wie große. In Berlin blieb das Preisniveau unverändert, Spitzenmieten liegen bei bis zu 300 Euro pro Quadratmeter am Tauentzien. Frankfurt am Main bleibt teuer mit 200 bis 240 Euro pro Quadratmeter, die Preise sind aber rückläufig. Stuttgart verzeichnete durchweg Preisrückgänge zwischen vier und acht Prozent.

Büro-Immobilien in zentraler Lage bleiben gefragt

Bei Büro-Immobilien zeigt sich ein anderes Bild: Für moderne, ESG-konforme und zentral gelegene Büroflächen wird weiterhin mehr gezahlt. In den Top-8-Städten stiegen die Mieten für Flächen mit gutem Nutzungswert um rund 6 Prozent, im Bundesdurchschnitt um gut 3 Prozent. Büros mit mittlerem Nutzungswert legten im Mittel nur um 0,6 Prozent zu, einfache um 0,7 Prozent – inflationsbereinigt entspricht dies realen Rückgängen. Für Eigentümer älterer Bestände steigt der Anpassungsdruck: Ohne Investitionen in Energieeffizienz und Ausstattung droht struktureller Leerstand, warnte der Verband.

Bewegung bei Gewerbegrundstücken

Nach zwei Jahren Stillstand zeigen sich 2025 bei den Gewerbegrundstücken wieder Bewegungstendenzen. Während einfache Lagen bundesweit an Wert verlieren, legen Grundstücke in guten Lagen leicht zu. Besonders in Mittel- und Kleinstädten sind moderate Preissteigerungen zu beobachten. München bleibt teuerster Standort, Leipzig das untere Ende der Preisskala.

Nachhaltigkeit, Flexibilität und ein attraktives Umfeld würden zunehmend zu entscheidenden Faktoren für die Werthaltigkeit von Gewerbeimmobilien, heißt es vom IVD. Der IVD spricht sich für eine Fortsetzung des Programms „Gewerbe zu Wohnen“ aus und fordert vereinfachte baurechtliche Rahmenbedingungen, um den Wandel aktiv zu gestalten.

Anzeige

analytica 2026

analytica: die ganze Welt des Labors

Die Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik, Biotechnologie und die analytica conference vom 24. bis 27. März 2026 in München.
Mehr erfahren

Neue Produkte

Regional-Star 2025 - Die Nominierten