Der Lebensmittelhändler Edeka hat die Ergebnisse seines aktuellen Nachbarschaftsbarometers veröffentlicht. Die repräsentative Umfrage zeigt, dass viele Deutsche angesichts globaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten verstärkt Halt in ihrer unmittelbaren Umgebung suchen.
Intensität nachbarschaftlicher Kontakte variiert stark
57 Prozent der Befragten empfinden die derzeitige Lage in Deutschland und der Welt als Krisenzustand. Für 60 Prozent wirkt der Austausch mit Nachbarn in dieser Situation stabilisierend. Das nachbarschaftliche Zusammenleben bewerten 69 Prozent als gut oder sehr gut. Allerdings sank dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte.
Die Intensität der nachbarschaftlichen Kontakte variiert stark. Während 22 Prozent einen engen oder sehr engen Austausch pflegen, haben 6 Prozent gar keinen Kontakt zu ihren Nachbarn. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: 26 Prozent der Männer, aber nur 17 Prozent der Frauen geben an, enge nachbarschaftliche Beziehungen zu unterhalten.
Die Umfrage zeigt, dass Menschen, die in einem stabilen nachbarschaftlichen Austausch Halt finden, deutlich optimistischer in die Zukunft blicken. Von ihnen sehen 71 Prozent die Zukunftsaussichten positiver.
Zukunftsängste diesjähriges Sonderthema des Barometers
Das diesjährige Sonderthema des Barometers befasst sich mit Zukunftsängsten. Rund zwei Drittel der Befragten blicken aufgrund des Krieges in der Ukraine besorgt in die nahe Zukunft. Auch andere internationale Entwicklungen verunsichern die Menschen. So empfinden 60 Prozent die Rolle und das Verhalten der Trump-Regierung als bedrohlich. Fast jeder Zweite fürchtet das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in Europa.
Deutsche treffen Vorkehrungen für mögliche Krisen
Konkrete Sorgen für die kommenden Jahre betreffen vor allem finanzielle Unsicherheit (49 Prozent), eine mögliche militärische Beteiligung Deutschlands an Kriegsgeschehen (45 Prozent) und die Folgen des Klimawandels (42 Prozent). Besonders ausgeprägt ist die Angst vor finanzieller Instabilität bei den 16- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe äußern 61 Prozent entsprechende Befürchtungen, während es bei den 50- bis 75-Jährigen nur 42 Prozent sind.
Viele Deutsche treffen bereits Vorkehrungen für mögliche Krisen. 24 Prozent lagern Lebensmittel-Grundvorräte ein, 23 Prozent halten wichtige Dokumente griffbereit. Zudem hat sich das Informationsverhalten verändert: 35 Prozent der Befragten geben an, sich heute mehr über die Nachrichtenlage zu informieren als noch vor drei Jahren.
Hoffnung wird aus persönlichem Umfeld geschöpft
Trotz der vielfältigen Sorgen schöpfen 61 Prozent der Befragten Hoffnung vor allem im persönlichen Umfeld durch Familie und Freunde. Auch die Nachbarschaft spielt dabei eine Rolle: 23 Prozent der Deutschen sehen in ihr einen Hoffnungsträger. Bei denjenigen, die ein sehr positives Zusammenleben in der Nachbarschaft erleben, steigt dieser Wert auf fast 50 Prozent.
Grundlage der dargestellten Informationen ist eine von der Edeka-Zentrale in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Bilendi & respondi durchgeführte Onlinebefragung. Diese stellt eine Folgebefragung der Studien aus den letzten fünf Jahren dar. Die bevölkerungsrepräsentative Befragung umfasste 1.086 Teilnehmer und fand vom 3. bis 16. Juni 03.06. bis zum 16.06.2025 statt. Bei den hier aufgeführten Zahlenangaben in Prozent handelt es sich um gerundete Werte.
