Der Getränke-Einzelhandel in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2025 eine durchwachsene Entwicklung verzeichnet. Die 22 operativ tätigen Mitglieder des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels (VDGE) steigerten ihren Gesamtumsatz leicht um 0,4 Prozent auf 1,446 Milliarden Euro, wie der Verband mitteilte. Die Zahl der Verkaufsstellen sank dabei um 2,3 Prozent auf 2.476 Outlets.
VDGE-Mitglieder entwickelten sich besser als Gesamtmarkt
Nach einem schwachen ersten Quartal mit einem Umsatzrückgang von 2,61 Prozent verbesserte sich die Entwicklung im zweiten Quartal. Die VDGE-Mitglieder erzielten von April bis Juni ein Umsatzplus von 3 Prozent. Die anhaltende Konsumzurückhaltung und ein überproportional rückläufiger Alkoholkonsum zu Jahresbeginn hatten das Geschäft im ersten Quartal belastet, so der Verband. Damit entwickelten sich die VDGE-Mitglieder nach eigenen Angaben besser als der Gesamtmarkt.
Schwäche zeigt sich im Biermarkt deutlich
Besonders deutlich zeigte sich die Schwäche im Biermarkt. Der Bierabsatz sank laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr 2025 um 6,3 Prozent auf 3,9 Milliarden Liter. „Erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993 fiel der Bierabsatz damit in einem Halbjahr unter 4 Milliarden Liter“, erläuterte VDGE-Vorstand Andreas Vogel.
Die alkoholfreien Getränke entwickelten sich dagegen nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen IQ mit einem Umsatzplus von 4,6 Prozent deutlich besser. Der gesamte Getränkefachmarktbereich verzeichnete bei alkoholfreien Getränken und Bier zusammen ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent.
Filialketten konnten Kunden gewinnen
Unterschiedlich verlief die Entwicklung bei den verschiedenen Betriebsformen. Während die filialisierten Märkte laut dem Marktforschungsinstitut Yougov in den ersten sechs Monaten ein Umsatzplus von 4,6 Prozent erzielten, registrierten die nicht filialisierten Fachmärkte einen Umsatzrückgang von 12,1 Prozent. „Die Problematik der Käuferverluste ist auch noch nicht gestoppt“, meinte Yougov-Account-Director Michael Schwaer. Die filialisierten Getränkefachmärkte konnten ihre Käuferzahlen minimal ausbauen, während die nicht filialisierten weiter Kunden verloren.
Verhalten optimistisch für die kommenden Monate
Für die kommenden Monate zeigt sich der Handelsverband Deutschland (HDE) verhalten optimistisch. Nach einer Aufhellung der Verbraucherstimmung in den Vormonaten stagnierte diese im August, wie aus dem monatlichen HDE-Konsumbarometer hervorgeht. Die weitere Entwicklung hänge von den wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung und den geopolitischen Rahmenbedingungen ab, ist der Verband überzeugt.
