Dürre Campact verschärft Kampagne gegen Edeka

Die Nichtregierungsorganisation Campact schaltet in der Nähe von Edeka-Filialen auf Werbeflächen großflächig Anzeigen. Darauf prangt der Slogan „Wir lieben Dürre – Für unsere Erdbeeren trocknet in Spanien ein Nationalpark aus“. Edeka weist die Kritik zurück.

Donnerstag, 20. Juli 2023 - Handel
Manuel Glasfort
Artikelbild Campact verschärft Kampagne gegen Edeka
Bildquelle: Edeka

Der Konflikt dreht sich um den Verkauf von Erdbeeren aus Spanien. Schon länger fordert Campact den Handelskonzern dazu auf, den Verkauf von Erdbeeren aus dürregefährdeten Regionen in Spanien einzustellen. Konkret geht es um die südspanische Region Andalusien und den dortigen Nationalpark Doñana. Campact nennt den Verkauf von Erdbeeren aus der Region „fatal“. „Denn für die billigen Erdbeeren aus Spanien trocknet der Doñana-Nationalpark aus. Nach einer historischen Dürre im Frühjahr belastet ihn die Erdbeer-Saison nun weiter – Lagunen und große Seen drohen auszutrocknen.“ Lange sei das Weltnaturerbe eine sichere Heimat gewesen für gefährdete Tiere wie den Kaiseradler oder den Luchs. „Damit könnte es bald vorbei sein. Deshalb fordert Campact nun von Edeka und Co, keine Erdbeeren mehr in den Verkauf zu bringen, die aus dürregefährdeten Regionen stammen.“

Edeka betonte in einer Stellungnahme gegenüber Lebensmittel Praxis, einer der größten Anbieter von regionalen Produkten zu sein. „Uns wundert es daher sehr, dass wir im Fokus der aktuellen Campact-Kampagne stehen. So sind neben der Zusammenarbeit mit regionalen Erdbeer-Erzeugern auch Themen wie das Wassermanagement bei uns zentral. Dabei stehen wir im kontinuierlichen Austausch mit relevanten Stakeholdern wie etwa aus Landwirtschaft und Politik, um eine nachhaltige Wassernutzung auch in Spanien zu sichern. Wir distanzieren uns daher von der aktuellen Campact-Kampagne.“

Edeka behalte die Entwicklungen in Südspanien genau im Blick. „Hier haben wir bereits im vergangenen Jahr die Initiative des WWF unterstützt, die sich für den Erhalt des Doñana Naturschutzgebiets und damit auch für die Zukunft der lokalen Landwirtschaft einsetzt. Zusammen mit der gesamten Branche verfolgt Edeka weiter intensiv die Entscheidungen der Politik und steht hier auch im direkten Austausch. Nähere Details können wir daher aktuell nicht nennen.“ Edeka sei zudem das erste deutsche Einzelhandelsunternehmen gewesen, das Mitglied in der Alliance for Water Stewardship wurde, einem internationalen Netzwerk von Organisationen zur Förderung des Wassermanagements, das einen Zertifizierungsstandard zum Wassermanagement eingeführt hat. Edeka und seine Lieferanten seien weltweit die ersten gewesen, die den Standard in der landwirtschaftlichen Produktion angewendet hätten.

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