Speiseöl Versorgung trotz Ukraine-Kriegs stabil

Trotz des anhaltenden Konfliktes in der Ukraine hat sich die Versorgung mit Speiseölen und Eiweißfutter normalisiert. Darauf weist der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID) in Deutschland zum Jahrestag des russischen Angriffskrieges am 24. Februar hin.

Donnerstag, 23. Februar 2023 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Versorgung trotz Ukraine-Kriegs stabil
Bildquelle: Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie

Die ukrainischen Exporte von Getreide, Sonnenblumen und Raps hätten laut Verband beinahe wieder Vorkriegsniveau erreicht. „Unsere Anteilnahme gilt weiterhin den Menschen in der Ukraine, die größte Opfer und Entbehrungen ertragen müssen. Durch den Handel mit Agrargütern können wir einen Beitrag leisten, um das Land zu unterstützen“, ist OVID-Präsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld überzeugt. Seinen Bedarf an Sonnenblumenöl deckt Deutschland zu 94 Prozent über Importe. Weltweit zählen die Ukraine und Russland zu den wichtigsten Erzeugern von Sonnenblumenöl. 2021 exportierten beide Länder zusammen mehr als zehn Millionen Tonnen. Mit Kriegsausbruch kamen die ukrainischen Ölsaaten-Exporte nahezu zum Erliegen. Da bereits schlechte Ernten und die Corona-Pandemie die Märkte belastet hatten, kam es kurzfristig zu Lieferengpässen von Speiseölen in Deutschland. Die Krise habe jedoch gezeigt, dass der freie Markt funktioniere und sich Warenströme bei Bedarf schnell und effizient neu ausrichten könnten. „Die Politik sollte dies stärker berücksichtigen, statt durch immer neue Vorgaben die Lieferketten über Gebühr zu belasten. Damit wächst nur das Risiko von Versorgungskrisen weltweit“, kritisiert die OVID-Präsidentin.

2022 haben die deutschen Landwirte den Anbau von Sonnenblumen zum Vorjahr auf 85.000 Hektar mehr als verdoppelt. Auch der Rapsanbau steige das vierte Jahr in Folge und liege damit aktuell bei rund 1,1 Millionen Hektar. „Das sind positive Nachrichten für die heimische Versorgung mit Speiseölen und Eiweißfutter. Doch ohne Importe wird es auch zukünftig nicht gehen“, erklärt Kleinschmit von Lengefeld. Auch die hohen Energiekosten belasteten zunehmend die ölsaatenverarbeitende Industrie. Mit einem Verbrauch von etwa vier Terawattstunden in Form von Strom und Wärme sind Ölmühlen besonders energieintensiv. Die OVID-Präsidentin betont: „Die aktuelle Entspannung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Energieversorgung noch weit davon entfernt ist, im knallharten internationalen Wettbewerb zu bestehen“. Ansätze der Strom- und Gaspreisbremse begrüße der OVID, um den Wirtschaftsstandort Deutschland jedoch sichern zu können, müssten Überlegungen zur kostengünstigen und klimaneutralen Energieversorgung der Industrie priorisiert werden.

Für Verunsicherung und abnehmende Investitionsbereitschaft sorgten laut Verband auch die Abschaffung von Biokraftstoffen der ersten Generation oder die Verschärfung von Emissionsgrenzwerten. „Die Teller-Trog-Tank-Debatte geht schlicht an der Realität vorbei“, sagt Kleinschmit von Lengefeld. Gebraucht würden nun alle Optionen. Das gelte für die Energie- und Ernährungsversorgung sowie den Klimaschutz. „Hier leisten die Ölmühlen einen absehbar nicht ersetzbaren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr“, so die Verbandspräsidentin abschließend.

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