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BVE-Konjunkturreport Industrie erwirtschaftet Zuwachs

Lebensmittel Praxis | 05. Mai 2020
BVE-Konjunkturreport: Industrie erwirtschaftet Zuwachs
Bildquelle: Getty Images

Höhere Absatzmengen und Verkaufspreise bescheren der Ernährungsindustrie im Februar ein Umsatzplus. Jedoch verschlechtern sich das Geschäfts- und Konsumklima im April.

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Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im Februar 2020 einen Umsatz von 15 Milliarden Euro. Damit konnte das Vorjahresergebnis um 6,9 Prozent gesteigert werden. Der Zuwachs ist dabei auf eine gestiegene Absatzmenge von 2,6 Prozent sowie auf höhere Verkaufspreise im In- und Ausland zurückzuführen. Ein gutes Drittel des Umsatzes entfiel auch im Februar auf den Export als Ertragsstütze für den Inlandsmarkt. Insgesamt wurden Lebensmittel im Wert von 5,1 Milliarden Euro exportiert, 6,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zeitgleich konnte ein leichter Rückgang der Produktion beobachtet werden. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank um 1 Prozent im Vorjahresvergleich.

Die Agrarrohstoffkosten sind einer der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Besonders steigende Rohstoffkosten sind eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen und wirken sich mittelfristig auf die Verbraucherpreise aus. Die Preisentwicklung an den globalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Im März 2020 gab der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Vergleich zum Vormonat um 3,3 Prozent nach und lag somit bei 91,7 Punkten. Im Vorjahresvergleich legte der Index um 6,9 Prozent zu.

Der monatlich erscheinende Ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Auch im April 2020 zeigten sich die Auswirkungen der Corona-Krise in der Stimmungslage bei den Lebensmittelherstellern. Der Geschäftsklimaindex musste gegenüber dem Vormonat März deutliche Verluste hinnehmen und lag bei –26,7 Punkten. Mit einem Saldo von –11,3 Punkten fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage um 27,7 Punkte schlechter als noch im Vormonat aus und bewegte sich erstmals im negativen Bereich. Neben dem Geschäftsklima verzeichneten insbesondere die Indikatoren „Geschäftserwartungen in den nächsten sechs Monaten“, „Erwartungen an das Exportgeschäft“ und „Produktionspläne der nächsten drei Monate“ starke Einbußen.

Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK Konsumklima ein wichtiger Indikator. In der Aprilerhebung der GfK zeigten sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Verbraucherstimmung deutlich. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung mussten starke Einbußen hinnehmen. Der Konsumklimaindex lag im April 2020 bei 2,3 Punkten und verlor damit sechs Punkte im Vormonatsvergleich. In Anbetracht der aktuellen Situation rechnet die Gfk mit einem weiteren Rückgang der Verbraucherstimmung und prognostiziert für Mai einen Indexwert von –22,4 Punkten. In der Preisentwicklung machte sich die Corona-Krise bislang nicht bemerkbar. So stiegen die Lebensmittelpreise im März 2020 um 0,2 Prozent, die allgemeinen Verbraucherpreise ebenfalls um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich fiel der Preisanstieg mit 3,8 Prozent und 1,5 Prozent ebenfalls moderat aus.