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Edeka Darf Handelshof übernehmen

Lebensmittel Praxis | 01. Juli 2019
Edeka: Darf Handelshof übernehmen
Bildquelle: Handelshof

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Handelshof-Gruppe durch Edeka freigegeben. Nach Auffassung von Kartellamtspräsident Andreas Mundt habe die Fusion „keine erheblichen wettbewerblichen Auswirkungen“.

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Durch den Zusammenschluss hat die Edeka nun die alleinige Kontrolle bei der Handelshof-Gruppe. „Letztendlich haben wir in keinem regionalen Großhandelsmarkt für Lebensmittel ein wettbewerbliches Problem durch den Zusammenschluss identifiziert“, teilte Mundt mit. Auch der Beschaffungsseite sah die Behörde aufgrund des geringen Anteils der Handelshof-Gruppe mit deutlich unter 0,5 Prozent keine Veranlassung, die Übernahme zu unterbinden.

Das fusionierte Unternehmen Edeka/Handelshof liege im Lebensmittelgroßhandel hinter Wettbewerbern wie Metro und Transgourmet. Wettbewerblich relevant seien jedoch die regionalen Marktverhältnisse. Das Bundeskartellamt habe nach den Ergebnissen der Ermittlungen einen einheitlichen Markt für Abhol- und Zustellgroßhandel zugrunde gelegt und sei räumlich von einen Radius von 75 beziehungsweise alternativ 100 Kilometern um die erworbenen Handelshof-Standorte ausgegangen.

Nur in den Regionalmärkten Bielefeld und Detmold erreichten Edeka und Handelshof gemeinsam Marktanteile von 30 bis 35 Prozent. Dort seien „die Ausweichmöglichkeiten der Kunden auf andere Großhändler so stark ausgeprägt, dass nicht von einer erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs auszugehen ist“.


Das Bundeskartellamt hat die Marktabgrenzung auf der Absatzseite gegenüber dem früheren Ansatz geändert. In dem Fusionskontrollverfahren EDEKA/Ratio war das Bundeskartellamt im Jahre 2011 noch von getrennten Märkten für den Abhol- und den Zustellgroßhandel ausgegangen. Die Bedeutung des Zustellgroßhandels und die Wechselbereitschaft der Kunden seien in den vergangenen Jahren allerdings deutlich gestiegen. Für die Kunden sei es aufgrund von geringeren Mindestbedingungen heute deutlich leichter, den Zustellgroßhandel in Anspruch zu nehmen. Deshalb seien die Wettbewerbshüter jetzt von einem einheitlichen Markt für Abhol- und Zustellgroßhandel ausgegangen.

Die Handelshof-Gruppe betreibt 16 Cash & Carry-Großhandelsmärkte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern und ist auch im Zustellgroßhandel tätig. Ihr Umsatz betrug 2018 etwa 640 Millionen Euro. Die Edeka erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 53,7 Milliarden Euro.