Metro:Real und Russland machen Metro zu schaffen

Bildquelle: Metro

Metro Real und Russland machen Metro zu schaffen

Der Tarifstreit bei der Supermarktkette Real und die anhaltenden Probleme im Russland-Geschäft hinterlassen weiterhin Spuren in der Bilanz der Metro. Im dritten Quartal sank der Umsatz des Handelskonzerns um 3,7 Prozent auf knapp 9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn reduzierte sich um 23,3 Prozent auf 57 Millionen Euro.

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Ausschlaggebend für den Gewinneinbruch waren nach eigener Angabe nicht zuletzt die Ergebnisbelastungen im Zusammenhang mit der Kündigung des Zukunftstarifvertrages bei Real. Der Konzern will durch den Wechsel aus dem Verdi-Tarifvertrag in einen für das Unternehmen günstigeren Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV langfristig Geld sparen. Zunächst führe der Schritt aber zu deutlich höheren Personalkosten, denn mit dem Ausstieg aus dem Sanierungstarifvertrag fielen alle mit Verdi vereinbarten Lohnzugeständnisse der Beschäftigten weg. Dies werde „zu deutlich höheren Personalkosten in diesem und dem nächsten Quartal sowie im kommenden Geschäftsjahr“ führen, berichtet die Metro. Auf Dauer würden dadurch jedoch die Personalkosten reduziert.

Mittlerweile seien bereits mehr als 1.250 Mitarbeiter zu den neuen Konditionen eingestellt worden, die nach Angaben von Verdi für die Mitarbeiter durchschnittlich Lohneinbußen von 23 Prozent bedeuten.

Auch das Großhandelsgeschäft in Russland dem Konzern zu schaffen . Doch sei es mittlerweile gelungen, den Umsatzrückgang auf dem wichtigen Markt unter anderem durch eine neue Preispolitik deutlich zu verlangsamen, berichtet Konzernchef Olaf Koch.

Die im April wegen Russland gesenkte Prognose für das Gesamtjahr 2017/2018 (Ende September) bestätigte die Metro. Erwartet wird eine leichte Steigerung des operativen Ergebnisses (Ebitda). Der Umsatz soll, ohne Währungseffekte und Erlöse aus Immobiliengeschäften, um mindestens 0,5 Prozent zulegen.