Der irische Rind- und Lammfleischanbieter Dawn Meats möchte sein Geschäft in Europa ausbauen. Insbesondere in Deutschland will der Konzern weiter expandieren, vor allem im Geschäft mit Artikeln für die Selbstbedienung. Seit Mitte Mai 2025 liefert Dawn Meats alle Produkte für die Theke in der Haltungsform (HF) 3. „Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte in der EU“, sagte Egbert Klokkers, Vertriebschef für die deutschsprachigen Länder, im Gespräch mit der Lebensmittel Praxis. Mit 1,1 Millionen geschlachteten Rindern und mehr als 4,5 Mio geschlachteten Lämmern pro Jahr zählt das in Waterford ansässige Familienunternehmen zu den fünf größten Rinderschlachtern Europas. Die 24 Betriebe des Unternehmens in Irland und England decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Burgerproduktion bis hin zu Convenience-Produkten für die Selbstbedienung.
Die Kundenstruktur von Dawn Meats ist stark auf den Lebensmitteleinzelhandel ausgerichtet. Das Unternehmen beliefert alle großen Händler des deutschen Lebensmittelhandels, entweder direkt oder indirekt. Das Fleisch wird derzeit hauptsächlich an der Theke verkauft. „Wir sehen vor allem in Deutschland noch viel Potenzial. Der Discount- und Handelssektor wächst und irische Produkte werden immer bekannter“, so Klokkers. „Besonders im SB-Bereich ist ein Trend zu mehr irischen Waren erkennbar“, fährt der deutsche Vertriebschef fort.
Um im deutschen Handel noch präsenter zu sein, erweitert das Unternehmen derzeit seine Kapazitäten in Irland. Es installiert neue Produktionslinien, um die Kapazität für SB-verpacktes Fleisch zu verdoppeln. „Damit wollen wir unsere Produkte verstärkt im deutschen Discount-Sektor platzieren“, so Klokkers. Ab Juli wird Dawn Meats in der Lage sein, den SB- und den Discount-Markt direkt zu beliefern. Dawn Meats bietet in Deutschland ein Vollsortiment. „Wir sind stark aktionsgetrieben. Neben unserem Standardsortiment, das wir bei einigen großen Einzelhändlern führen, bieten wir auch spezielle Aktionsprodukte wie ‚Special Cuts‘ an.“ Das Angebot von Dawn Meats reicht von Steaks bis hin zu Burgerfleisch. Diese gibt es in verschiedenen Variationen. Sie sind sowohl frisch als auch gefroren erhältlich. Das Unternehmen hat etwa dreißig verschiedene Produkte im Angebot, darunter Angus-, Smash- und Chuck-Brisket-Burger.
Verkostungen im deutschen Handel
„Um unseren Absatz zu steigern, werden wir uns bei allen großen Einzelhändlern vorstellen“, kündigt Klokkers an. Geplant sind Verkostungen in größeren Super- und Großmärkten, bei denen irisches Rind- und Lammfleisch präsentiert wird. Das Unternehmen wird dabei marketingtechnisch von der Vermarktungsorganisation Bord Bia unterstützt. Dawn Meats ist Gründungsmitglied des Nachhaltigkeitsprogramms Origin Green von Bord Bia.
Seit Mai 2025 ist Dawn Meats mit der Haltungsform 3 auf dem deutschen Markt vertreten. „Allerdings ist es ein längerer Prozess, bis die Theken bundesweit mit der HF-3-Kennzeichnung ausgestattet sind. Das wird sich schrittweise bis in den Herbst hinein entwickeln“, sagt Vertriebschef Klokkers. In Irland stellt die Umstellung im Sommer kein Problem dar, denn die Tiere werden von März bis November auf weitläufigen Weiden gehalten. „Im Winter müssen wir jedoch umstellen und uns an die Vorgaben der Initiative Tierwohl halten.“ Das Unternehmen befindet sich derzeit in der Umstellungsphase und ist auf der Suche nach Landwirten, die diesen Weg gemeinsam mit ihm gehen möchten.
Zudem schlachtet Dawn Meats 3,5 bis 4 Millionen Lämmer, die vor allem als Karkassen vermarktet werden. Der größte Absatzmarkt ist England und Irland. In der EU spielt die muslimische Gemeinde eine bedeutende Rolle. Rund 80 Prozent des Lammfleisch-Exports von Dawn Meats nach Deutschland gehen an türkische Dönerproduzenten und Fleischhändler.
Für das irische Unternehmen ist Deutschland kein neuer Markt. Es ist seit über 15 Jahren mit einem Vertriebsbüro hier vertreten. Seit Ende 2024 ist Egbert Klokkers Vertriebschef für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der frühere Westfleisch- sowie Tönnies-Manager wurde mit der Aufgabe betraut, das Geschäft zu restrukturieren. Sein Ziel ist es, den Absatz im klassischen Lebensmitteleinzelhandel sowie im Discount zu steigern.
