Osteraktionen Es geht nicht ohne die Klassiker

Hefegebäck oder fruchtige Kuchen mit Quark oder Joghurt: Ostern ist nicht unbedingt die Zeit für Experimente beim Backen. Immer stärker nachgefragt werden kleine Formate.

Freitag, 29. Januar 2021 in Sortimente
Susanne Klopsch
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Was in Sachen Pandemie Anfang April angesagt ist, das ist derzeit wirklich unklar. Klar ist aber, dass sich auch im kleinsten Kreise Menschen zusammenfinden werden, um gemeinsam das Osterfest zu feiern. Unbedingt dazu gehört die Kaffeetafel. Auch wenn Selberbacken Trend ist: Nicht jeder vertraut zu solchen Anlässen den eigenen Backkünsten. Muss er ja auch nicht.

Bei Dr. Oetker in Bielefeld geht man auch für 2021 davon aus, dass die Bürger weiter häufiger als in den Jahren vor Corona zu Hause backen. „Dr.-Oetker-Produkte sind seit Mitte März 2020 quasi über alle Sortimente hinweg vermehrt nachgefragt worden“, sagt Anne-Cathrin Reinhold, Product Manager Backmischungen. Immer beliebter werden kleinere Gebäcke. Reinhold nennt die Backmischung „Naked Cakes“, die beiliegende Backform hat einen Durchmesser von 18 Zentimetern. „Passend zu Ostern bieten wir auf oetker.de Rezeptideen mit den Dr. Oetker Naked Cakes für eine kleine Schoko-Mokka-Torte dekoriert mit Osterhasen und Ostereiern sowie eine kleine Eierlikör-Nuss-Torte an.“

Seit 2019, so Tanja Wellenkrüger, Senior Product Manager Fertige Kuchen, wurden auch die Ranges bei den Fertigkuchen um kleinere Formate erweitert. „My Sweet Table“ sind Kuchen im Mini-Format, die an Konfekt erinnern. Auch die Dr. Oetker Lavakuchen Choco Lava und Salted Caramel Lava sind kleinformatig. Wellenkrüger: „Auf oetker.de verzahnen wir unter ‚Kuchenliebe verbindet‘ die vier Kuchen-Segmente Backartikel, Backmischungen, Fertige Kuchen und Dekor: Jeden Monat präsentieren wir eine Kaffeetafel mit vier Rezepten, die sich einem Anlass widmen.“ Zu Ostern werden Rezepte mit My Sweet Table und den Naked Cakes vorgestellt.

Torten werden kleiner
Gehörte früher zu Anlässen wie Ostern und Weihnachten eine Torte unbedingt zum Nachmittagskaffee, haben sich die Ansprüche der Bundesbürger im Laufe der Jahre verändert. Kleinere Haushaltsgrößen und der Wunsch, sich den Alltag zu versüßen, haben das Sortiment nachhaltig beeinflusst: „So wichtig Saisonhöhepunkte weiter sind, wir adressieren inzwischen in hohem Maße auch die kleinen und großen Genussmomente ‚off-season‘“, sagt Dorothee Reiering-Böggemann, Leiterin Marketing bei TK-Bäcker Coppenrath & Wiese. Torten dürfen da nicht fehlen im Angebotsmix – müssen aber nicht 900 Gramm schwer sein. Seit August vergangenen Jahres gibt es für kleinere Haushalte mit Tortenbedarf die Range „Lust auf Torte“. Die Kuchen bringen 500 Gramm auf die Waage. Generell werden laut Reiering-Böggemann im Frühjahr verstärkt fruchtigere Varianten nachgefragt, „obwohl schokoladige und nussige Backwaren natürlich ganzjährig ihre Fans haben“.

In vielen Sortimenten sind vegane Varianten angesagt, schaut der Kunde auf Fettgehalt oder Zuckeranteil. Auch bei den Backwaren zu solch besonderen Anlässen? „Das süße Gebäck zu Ostern bleibt klassisch“, ist sich Oliver Lahode sicher, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb bei Kuchenmeister. Der Wunsch der Verbraucher nach Zucker- und Fettreduktion bleibe bei süßen Backwaren eher untergeordnet, obwohl der vegane Markt bei Backwaren generell wachse: „In der Nische ist eine große Chance zu sehen.“
„Wir fokussieren auf die Klassiker, die man traditionellerweise zu Ostern so liebt“, sagt Daniela Kapelari-Langebner vom österreichischen Unternehmen Ölz. Die Geschäftsführerin für Vertrieb, Marketing und Human Resources verweist aber auch darauf, dass Hefeteigprodukte von jeher keine üppige Mehlspeise beziehungsweise Süßigkeit seien: „Die Fettanteile bewegen sich so um die 12 Gramm, der Zuckeranteil liegt auch meist auf diesem Niveau.“ Nur wenn Rosinen verwendet wurden, erhöhe sich der Zuckeranteil aufgrund des Fruchtzuckers auf bis zu 20 Gramm. Schon jetzt gehen die Österreicher von einem guten Ostergeschäft für sie in Deutschland aus. Beim Osterbrot rechnet die Geschäftsführerin mit deutlichen Steigerungen zu 2020. „Die Nachfrage für den Oster-Walnusskranz übersteigt aktuell sogar unsere derzeitigen Kapazitätsmöglichkeiten“, sagt Kapelari-Langebner.

Es geht auch ohne Eier
Beim Selberbacken hingegen beobachtet Dr. Oetker ein gestiegenes Interesse der Bundesbürger an veganen Lösungen: „Wir haben auch für unsere Backmischungen vegane Rezepte entwickelt und auf oetker.de veröffentlicht“, sagt Anne-Cathrin Reinhold, Product Manager Backmischungen. Dort finden User Rezepte für vegane Brownies mit Dattel-Kakao-Creme oder Mini-Blaubeer-Muffins. Die im vergangenem Jahr gelaunchte Range „Natürlich“ umfasst derzeit fünf Backzutaten ohne Zusatzstoffe oder nicht natürliche Aromastoffe (etwa Kokosblütenzucker oder Zitronenextrakt in Öl). Sie richtet sich an Verbraucher, die auch beim Backen auf einen bewussten Ernährungsstil setzten: „Die Produkte werden bisher von Verbrauchern gut angenommen; das Natürlich-Sortiment ist über unseren Erwartungen gestartet.“

„Wir verzeichnen eine erhöhte Nachfrage, vor allem bei Mehlen, den Grundmischungen wie Hefe- und Streuselteig sowie den Kastenkuchen“, sagt Susen Thiele von Kathi. Die Geschäftsleitung Öffentlichkeitsmarketing sieht Ostern die Klassiker wie süßes Hefegebäck als Kränze, Zöpfe oder in österlichen Formen gebacken im Fokus. Sollte es besonders warm sein zu Ostern, seien auch Biskuitrollen oder Sommertorten auf Joghurt- oder Quark-Basis gefragt. „Der Trend zu Zucker- und Fettreduzierung bleibt generell bestehen“, sagt Thiele. Über die sozialen Medien geben die Hallenser auch Tipps zu veganem Backen, etwa Eier durch Fruchtmus oder Bananen zu ersetzen.