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Süsse Brotaufstriche Reich an Trends

Dieter Druck | 20. Juni 2011

Die Markenhersteller trotzen zweistellig wachsenden Handelsmarken. Regionalität ist ein großes Thema und der Aspekt „zuckerreduziert“ könnte eins werden.

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Keine Abstriche beim Markt der süßen Aufstriche. Die Erhebungen von Symphony IRI weisen im Jahresvergleich 2009/2010 ein Absatzplus von 3,2 Prozent und ein leichtes Umsatzplus von 1,1 Prozent aus. Ein verschärftes Aktionsgeschäft/Preissenkungen und der Druck der Handelsmarke sind als Gründe für die ungleiche Entwicklung von Menge und Wert zu nennen. Preissenkungen sind jedoch in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Erste Anpassungen wurden inzwischen durchgesetzt. Denn die Zuckerpreise explodieren, was auf Herstellerseite große Besorgnis hervorruft. „Wir nehmen aktuell eine Verschärfung der Lage auf den Rohstoffmärkten wahr, u. a. bei Zucker. Aus unserer Sicht ist dies Ergebnis einer Gemengelage von Ernteausfällen bei gleichzeitig steigender Nachfrage, Finanzspekulationen, zunehmender Produktion von Bio-Treibstoffen und einer einseitigen Agrarpolitik der EU-Kommission“, sagt Zentis-Geschäftsführer Karl-Heinz Johnen.

Den Unbilden des Rohstoffmarktes kann sich auch die Handelsmarke nicht entziehen, die im Jahresvergleich (IRI exklusive Aldi) im Segment Normalkonfitüre mengen- und wertmäßig um mehr als 12 Prozent zulegte. Durch das überproportionale Wachstum stieg der Marktanteil auf 29,4 Prozent (Wert) bzw. 48,2 Prozent. Im Januar/Februar setzte sich das zweistellige Wachstum fort.

Aber die Markenhersteller halten dagegen und wachsen. „Es freut uns, dass sich Zentis Belfrutta Auslese gegenüber nach wie vor wachsenden Handelsmarken behauptet und weiter wächst“, sagt Johnen. Maintal-Konfitüren in Haßfurth erzielte laut Geschäftsführerin Anne Feulner ein Umsatzplus von 5 Prozent, wobei sowohl die Marke Maintal im LEH, als auch die Range Annes Feinste im Naturkostfachhandel eine positive Entwicklung verzeichnen. Gleiches gelte für das Handelsmarkengeschäft. In diesem Jahr wird ein Wachstum von 8 Prozent angestrebt. Die Marke d’arbo (Importhaus Wilms/Impuls) verbucht ebenfalls ein mengen- und wertmäßiges Plus und einen Ausbau der gewichteten Distribution auf inzwischen 52 Prozent. Auch Philipp von Jagow, Marketingleiter bei Schwartau, verbucht Erfolge für die Marke. „Insbesondere mit unserem Neuprodukt Schwartau Hofladen sind wir sehr zufrieden. Seit Oktober 2010 haben wir bereits mehr als 2 Mio. Gläser verkauft.“ Zudem überz euge Schwartau Samt mit einer guten Entwicklung und bis zu 10 Prozent Marktanteil in einzelnen Monaten. Als nachhaltige Trends nennt von Jagow: ohne Stücke und Kerne (Samt), gekühlte Frucht (Fruttissima) und heimische Fruchtsorten (Hofladen). Auch bei Maintal sieht man das Thema Regionalität als großen Trend, der sich beispielsweise in den Weingelees aus sortenreinen Weinen eines benachbarten Winzers niederschlägt. Auch wird die Edeka Südwest mit Gelees beliefert, die auf Fruchtsäften aus Baden-Württemberg basieren. Ebenso wird in Haßfurth das Segment der Bio-Konfitüren als weiterhin wachstumsfähig eingestuft. Der sich ändernden Soziodemografie angepasste Gebindegrößen, der noch nicht für Lebensmittel zugelassene Süßstoff Stevia, exotische Sorten-Mixes, insbesondere als Limited Editions, sind weitere Ansatzpunkte der Konfitüren-Hersteller.

Der Aspekt zucker- bzw. kalorienreduziert wird von Zentis mit dem im April eingeführten Produkt Zentis Balance (50 Prozent Fruchtanteil) aufgegriffen. Durch den Verzicht auf Kristallzucker fallen 50 Prozent weniger Kalorien an. Damit sollen ernährungs- und kalorienbewusste Verbraucher angesprochen werden. Gleiches gelte für die Fruchtaufstriche (75 Prozent Frucht), die ebenfalls einen geringeren Zuckergehalt als herkömmliche Konfitüre aufweisen. Ähnlich sieht man es beim Importhaus Wilms für d’arbo. Für die kalorienreduzierten Fruchtaufstriche wird ein aktuelles Umsatz- und Absatzplus von mehr als 13 Prozent gemeldet. Im Wachstumssegment der passierten Fruchtaufstriche wurden im Mai unter dem Markendach d’arbo Fruchtreich drei neue Sorten eingeführt (Marille-Holunderblüte; Beeren-Rhabarber; Kirsche-Ingwer).

Als weiteren richtungsweisenden Ansatz nennt von Jagow die Verbundplatzierung von Konfitüre/Marmelade. Insbesondere der direkte Bezug zu Brot- und Backwaren generiere deutliche Effekte und führe zu überproportionalen Umsatz- und Ertragszuwächsen für beide Kategorien. Dann braucht der Handel bei den süßen Brotaufstrichen weiterhin keine Abstriche machen.