Interview mit Elisabeth Wagner-Wehrborn Mit Premium behauptet - Interview mit Elisabeth Wagner-Wehrborn: Teil 2

Hochpreisige Schweizer Produkte in Deutschland zu vermarkten ist eine Herausforderung. Emmi-Deutschland-Chefin Elisabeth Wagner-Wehrborn über Mehrwert-Konzepte und Vertriebsstrategie.

Donnerstag, 26. April 2018 - Molkereiprodukte
Bettina Röttig
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Bildquelle: Peter Eilers

Inhaltsübersicht

Worauf führen Sie dies zurück?
Bei Eiskaffee besteht eine große Geschmackstreue seitens der Verbraucher. Wir verwenden frisch gebrühten Kaffee, keinen Extrakt, und mischen ihn mit bester Schweizer Milch. Zudem sind wir sehr aktiv im Marketing, um unsere Kernzielgruppe, junge Menschen bis 39 Jahre, zu erreichen. In diesem Jahr fokussieren wir unsere Kommunikation vor allem auf unsere Mexiko-Edition. Wir können hierzu eine stimmige Geschichte erzählen. Es ist zudem wichtig, den Verbraucher mit Caffè Latte in seiner Freizeit in einer guten Stimmung abzuholen. Wir setzen daher einen starken Fokus auf emotionale Bilder, arbeiten viel mit digitalem Marketing und bespielen Soziale Netzwerke oder beliebte Kanäle wie Spotify.

Wie läuft das Geschäft mit Onken?
Das Joghurt-Geschäft in Deutschland ist unglaublich von Promotionen getrieben und der Markt stark umkämpft. Wir glauben jedoch an die Marke Onken und setzen uns insbesondere in den Gebieten Hamburg, Berlin und NRW stark für sie ein.

Macht der Bereich denn auch Spaß oder ist es ein reines Invest?
Wir haben das Produktportfolio von Onken stark reduziert, sind jetzt aber sehr zufrieden mit der Entwicklung der Vollkorn-Sorten – der USP der Marke. Hier werden wir zwei neue, attraktive Varianten auf den Markt bringen.

Tierwohl, frei von Gentechnik oder Glyphosat: Mehrwert-Konzepte werden für Molkereien bedeutender, um dem volatilen Markt etwas entgegenzusetzen. An welchen Themen arbeitet Sie aktuell?
Unsere Schweizer Milchbauern haben sich zu den meisten dieser Themen bereits seit Langem verpflichtet. In der Schweiz gelten die höchsten Tierschutzgesetze, etwa ein Moratorium für GVO in der Landwirtschaft seit 2005. Bio produzieren wir schon seit 20 Jahren. Diese Themen sind selbstverständlich für uns.

Viele deutsche Verbraucher werden dies nicht wissen: Das Ohne Gentechnik-Zeichen finden sie zum Beispiel nur auf wenigen Ihrer Produkte. Vergeben Sie nicht Chancen, wenn Sie diese Aspekte nicht auch kommunizieren?
An den Käsetheken zum Beispiel sprechen wir immer mehr darüber. Bei Caffè Latte steht die Schweizer Milch weniger im Vordergrund als der Genuss oder Produkteigenschaften wie „laktosefrei“ oder „ohne Zusatz von Kristallzucker“. Wir werden jedoch auch die eben besprochenen Vorteile unserer Milch in Zukunft stärker kommunizieren.

Sie haben mit My-Muesli neue Produkte für das Snack-Segment entwickelt. Was umfasst die Kooperation?
Wir fangen erst einmal klein an und haben uns daher auch den Vertrieb aufgeteilt. Emmi Deutschland verantwortet den Vertrieb der zwei Bio-Joghurtsnacks mit Müsli-Topping - zum Start bei Edeka und Rewe in größeren Städten erhältlich. MyMuesli bietet die beiden Frühstücksgetränke über die eigenen Kanäle an, also online und in den eigenen Läden.

Sind die Produkte auch in Convenience-Kanälen erhältlich?
Wir haben einen Löffel integriert, um My-Muesli-Joghurts für den Verzehr unterwegs zu positionieren. Die Joghurts sollten daher im Convenience-Regal vertreten sein, sowohl im Lebensmittel-Einzelhandel als auch in Convenience-Stores. Im To-go-Regal des Lebensmittelhandels sind meist Produkte aus Eigenproduktion, der eigenen Schnippelküche, zu finden. Markenartikel sind jedoch ebenso wichtig, um die Aufmerksamkeit der Kunden darauf zu lenken. Unsere My-Muesli-Produkte eignen sich genau dafür.

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