Die Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten mehr Geld. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einigten sich auf eine mehrstufige Entgelterhöhung, wie die Beteiligten mitteilten. Der Tarifvertrag gilt für rund 4.500 Beschäftigte und läuft 24 Monate bis zum 30. April 2028.
Rückwirkend zum 1. Juni 2026 steigen die Entgelte um 2,9 Prozent. Zum 1. November 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 0,3 Prozent. Zum 1. Juni 2027 steigen die Entgelte erneut um 2,9 Prozent. Zusätzlich zahlen die Unternehmen im September 2026 und im Mai 2027 Erholungsbeihilfen in Höhe von jeweils 80 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Beihilfen anteilig.
Auszubildende profitieren von den prozentualen Erhöhungen. Die Erholungsbeihilfen erhalten sie jeweils zur Hälfte.
Arbeitgeber sehen Betriebe an finanzieller Grenze
„Das Tarifergebnis verlangt den Betrieben wirtschaftlich viel ab und bringt sie an die Grenze des finanziell Vertretbaren“, zitierte der BDSI seinen tarifpolitischen Geschäftsführer Mario Mundorf. Die zweijährige Laufzeit gebe den Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein ein hohes Maß an Planungs- und Kostensicherheit.
Der Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Nord, Finn Petersen, bezeichnete den Abschluss als tragbar. „Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht“, sagte Petersen. Der Tarifabschluss berge ein Risiko in der Inflationsentwicklung. Auch für die Auszubildenden habe man sich mehr erhofft.
Zuvor waren bereits in den Tarifgebieten Hessen und Bayern Einigungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erzielt worden.