Die rund 500.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Baden-Württemberg erhalten mehr Geld. Der Handelsverband Baden-Württemberg und die Gewerkschaft Verdi einigten sich in der vierten Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss, wie beide Seiten mitteilten. Vorausgegangen waren zahlreiche Warnstreiks und betriebliche Aktionen.
Tarifvertrag läuft 25 Monate
Der Abschluss sieht vor, dass Löhne und Gehälter zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent und zum 1. April 2027 um weitere 2,0 Prozent steigen. Die Ausbildungsvergütungen sollen den Angaben zufolge ebenfalls angehoben werden, wobei untere Entgeltgruppen besonders profitieren sollen. Der Tarifvertrag läuft 25 Monate. Verdi hatte ursprünglich eine Erhöhung um 300 Euro gefordert, für Auszubildende 150 Euro mehr.
Die Tarifeinigung orientiert sich laut Verdi an den Ergebnissen, die Ende August zunächst in Nordrhein-Westfalen erzielt wurden. Auch in Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz seien diese Ergebnisse bereits übernommen worden. Verhandlungsführer Wolfgang Krüger betonte, die Beschäftigten hätten den Abschluss in den Betrieben erkämpft. „Ohne ihren Einsatz wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen“, so Krüger.
Der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Philip Merten, bezeichnete die Einigung als herausfordernden und schmerzhaften Kompromiss. „Der Einzelhandel steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck“, erklärte er. Merten verwies auf steigende Personal-, Energie- und Logistikkosten. Die zusätzlichen Belastungen aus dem Tarifabschluss müssten von den Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden.
