Fleischbranche Eberswalder verlagert Produktion nach Sachsen-Anhalt

Nach der Schließung der Wurstfabrik im brandenburgischen Britz produziert die Marke Eberswalder künftig hauptsächlich in Zerbst in Sachsen-Anhalt. Dort stellt die Anhalter Fleischwaren bereits Produkte der Marke her. Die Gewerkschaft NGG kritisiert die Werkschließung als „rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik“.

Montag, 05. Oktober 2026, 09:17 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Rund 300 Artikel umfasst das Eberswalder-Sortiment. Ein Großteil davon soll künftig in Zerbst produziert werden. (Symbolbild) Bildquelle: Getty Images

Nach der Schließung der Wurstfabrik im brandenburgischen Britz bei Eberswalde Anfang des Jahres verlagert die Marke Eberswalder ihre Hauptproduktion nach Zerbst in Sachsen-Anhalt. Dort stellt die Anhalter Fleischwaren bereits Eberswalder-Produkte her, wie das Unternehmen mitteilte. Das Werk im Landkreis Anhalt-Bitterfeld beschäftigt den Angaben zufolge fast 700 Mitarbeiter und beliefert den Lebensmitteleinzelhandel sowie Discounter mit Marken- und Eigenmarkenprodukten.

In der Fabrik bei Eberswalde nordöstlich von Berlin hatten rund 500 Beschäftigte gearbeitet, bevor das Werk nach fast 50 Jahren geschlossen wurde. Als Grund nannte das Unternehmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) kritisierte die Entscheidung und sprach von einer „rücksichtslosen Rendite- und Marktbereinigungspolitik“. Eberswalder gehört zur Zur-Mühlen-Gruppe und damit zum Fleischkonzern Tönnies aus Nordrhein-Westfalen.

Künftig soll ein Großteil der rund 300 Artikel in Zerbst hergestellt werden. Darüber hinaus produzieren laut dem Unternehmen zwei weitere ostdeutsche Werke in Suhl und Chemnitz Eberswalder-Produkte. Einzelne Erzeugnisse in Glas- und Dosenverpackungen entstünden in Norddeutschland. Insgesamt stammten 95 Prozent der Eberswalder-Produkte aus ostdeutschen Werken.

Geschäftsführer Sebastian Kühn betonte die Bedeutung der Marke für ostdeutsche Verbraucher: „Seit fast 50 Jahren kennen ostdeutsche Verbraucherinnen und Verbraucher unsere Wurst und verbinden damit Vertrautheit, Heimat und bodenständige Qualität“, zitierte ihn das Unternehmen in der Mitteilung. Nach eigenen Angaben entfällt jedes dritte Marken-Würstchen in Ostdeutschland auf Eberswalder. Am Standort Zerbst werden den Angaben zufolge seit mehr als 100 Jahren Fleisch- und Wurstwaren hergestellt.

Neue Produkte

Im Heft