Der niederländische Fleischkonzern Vion hat nach eigenen Angaben seine Treibhausgasemissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 gegenüber dem Basisjahr 2021 um 38,2 Prozent gesenkt. Damit nähere sich das Unternehmen seinem Ziel, die Emissionen bis 2030 um 42 Prozent zu reduzieren, teilte Vion mit. Auch die Scope-3-Emissionen, die entlang der weiteren Wertschöpfungskette entstehen, seien um 35,2 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Boxtel betreibt Produktionsstandorte in den Niederlanden und Deutschland und erwirtschaftete im Jahr 2024 mit rund 8.400 Beschäftigten einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro.
Nach Unternehmensangaben sank der Energieverbrauch in den Produktionsbetrieben seit 2021 um 18,5 Prozent. Der Anteil erneuerbaren Stroms stieg den Angaben zufolge von 0,1 Prozent im Jahr 2021 auf 32 Prozent. Seit 2026 nutzten alle Vion-Standorte in den Niederlanden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen. Auf landwirtschaftlicher Ebene habe Vion die Emissionen pro Schwein um 1,8 Prozent und pro Rind um 2,5 Prozent gesenkt. Bis 2030 will das Unternehmen 25 Prozent seines gesamten Schlachtvolumens mit einem berechneten CO₂-Fußabdruck verkaufen, um Kunden und Landwirten bessere Einblicke in die Emissionen entlang der Lieferkette zu geben.
„Unsere Fortschritte zeigen, was sich mit verlässlichen Daten, Praxiserfahrung und Innovation erreichen lässt“, zitierte Vion seine Nachhaltigkeitschefin Veronika Weber in der Mitteilung. Nachhaltigkeit bedeute, „heute Verbesserungen umzusetzen und gleichzeitig die Lebensmittelketten für die Zukunft zu stärken“.
Vion setzt auf KI-Kameras und will Schwanzkupieren beenden
Beim Tierschutz stieg der Anteil der Tiere mit zertifizierten höheren Tierwohlstandards nach Unternehmensangaben auf 23,3 Prozent. An den Produktionsstandorten setzt Vion nach eigener Darstellung KI-gestützte Kamerasysteme ein, die Auffälligkeiten in Warte- und Schlachtbereichen erkennen sollen. In den Niederlanden erfasse das Unternehmen automatisiert Schwanzlänge und Läsionen bei Schweinen, damit Landwirten Vergleiche zwischen Betrieben möglich würden. Bis 2030 will Vion das routinemäßige Schwanzkupieren beenden.
Auch beim Beschäftigungsmodell in den Niederlanden verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben Fortschritte. Ursprünglich habe Vion bis Mitte 2026 ein Verhältnis von 50 zu 50 zwischen direkt Beschäftigten und flexiblen Arbeitskräften angestrebt. Dieses Ziel sei bereits übertroffen worden: Inzwischen arbeite mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden direkt bei Vion. In Deutschland setze das Unternehmen vollständig auf direkte Beschäftigung. Die Zahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten sei zudem deutlich gesunken.