Die mehreren hunderttausend Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel erhalten mehr Geld. Rückwirkend zum 1. August steigen die Löhne und Gehälter um 3 Prozent, wie der Handelsverband Bayern und die Gewerkschaft Verdi mitteilten. Zum 1. Mai 2027 kommen weitere 2 Prozent hinzu. Die Laufzeit des Tarifabschlusses beträgt 25 Monate.
Überraschende Verzögerung in Bayern
Die Einigung kam nach Angaben beider Seiten erst in der dritten Verhandlungsrunde zustande. Die Gespräche am Montag dauerten den Angaben zufolge rund sieben Stunden und standen zwischenzeitlich kurz vor dem Abbruch. Streitpunkt war offenbar der tarifliche Mindestentgeltlohn. Dieser soll laut Verdi bis Mai 2027 auf 14,90 Euro steigen.
Dass die Verhandlungen in Bayern so schwierig verliefen, kam überraschend. Bereits Ende August hatte es einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen gegeben. Danach folgten Einigungen in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Eykmann: Begeisterung sieht anders aus
Die Tarifgeschäftsführerin des Handelsverbands Bayern, Melanie Eykmann, sprach von einem Kompromiss, der die Unternehmen nicht überfordere und ihnen Planungssicherheit gebe. „Begeisterung sieht ehrlicherweise anders aus. Aber Tarifpolitik ist kein Wunschkonzert“, so Eykmann. Die Arbeitgeberseite bezeichnete die Gespräche als „harte und zähe Verhandlungen“.
