Fleischbranche Westfleisch digitalisiert sein Ladungsträgermanagement

Der Fleischvermarkter Westfleisch führt bei seiner Logistiktochter Wetralog eine neue Software für das Management von Mehrwegbehältern ein. Das System des Dortmunder Unternehmens Loopario soll zunächst am Standort Coesfeld starten. Allein in Deutschland sind rund 85 Millionen Fleischkisten im Umlauf – bislang fehlt es an einheitlichen digitalen Prozessen.

Montag, 21. September 2026, 09:48 Uhr
Theresa Kalmer
Freuen sich auf die nächsten Schritte (von links): Robert W. Friemel, Senior Manager Unternehmensentwicklung bei Westfleisch, Fabian Bahnsen, Vertriebschef bei Loopario, und Christian Neekamp, Geschäftsführer von Wetralog, treiben die Digitalisierung des Ladungsträgermanagements gemeinsam voran. Bildquelle: Loopario

Der Fleischvermarkter Westfleisch digitalisiert das Ladungsträgermanagement seiner Logistiktochter Wetralog. Dazu setzt das Unternehmen mit Hauptsitz in Münster auf eine Softwarelösung des Dortmunder Tech-Unternehmens Loopario, wie Westfleisch mitteilte. Zunächst kommt das System am Standort Coesfeld zum Einsatz. Derzeit befindet sich das Projekt nach Unternehmensangaben noch in der Integrations- und Pilotierungsphase; der Start ist für Ende September geplant.

Erreicht das Projekt die gesteckten Ziele, soll das System schrittweise auf weitere Standorte und Gesellschaften der Westfleisch-Gruppe ausgeweitet werden. Ziel sei ein durchgängiger digitaler Prozess, der manuelle Arbeitsschritte reduziere und mehr Transparenz schaffe, heißt es in der Mitteilung. Wetralog-Geschäftsführer Christian Neekamp erklärte dazu: „Wir wollen Waren-, Informations- und Ladungsträgerströme intelligent miteinander verbinden und Wetralog Schritt für Schritt zu einem noch stärker datengetriebenen Logistikunternehmen entwickeln.“

Mehrwegbehälter spielen in der Fleischwirtschaft eine zentrale Rolle. Laut Westfleisch sind allein in Deutschland rund 85 Millionen sogenannte E2-Kisten im Umlauf, europaweit schätze der Verband der Fleischwirtschaft die Zahl auf rund 260 Millionen Behälter. Bei Westfleisch kommen neben verschiedenen Kistenformaten auch Paletten und weitere Mehrweg-Ladungsträger zum Einsatz. Diese durchlaufen einen Kreislauf aus Auslieferung, Rückführung, Kontrolle und Reinigung. Bisher erfassten verschiedene Systeme und Prozessschritte die dabei anfallenden Informationen, was nach Angaben des Unternehmens Potenzial für eine stärkere Vereinheitlichung und Digitalisierung bot.

Loopario soll Bestände transparent abbilden

Die Software von Loopario soll nun alle Ladungsträgerbewegungen in einem einheitlichen System erfassen und Bestände transparent abbilden. Sowohl Wetralog als auch Kunden und Logistikpartner könnten den Angaben zufolge mit standardisierten Prozessen arbeiten. Über digitale Schnittstellen lasse sich die Software in bestehende Warenwirtschaftssysteme integrieren. Loopario-Gründer und -Chef Philipp Hüning bezeichnete die Zusammenarbeit in der Mitteilung als „einen wichtigen Schritt im Bereich Lebensmittellogistik“.

Westfleisch zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Fleischvermarktern in Deutschland und Europa. Das Unternehmen beschäftigt demnach rund 7.600 Mitarbeitende und verarbeitet an zehn Standorten Fleisch für den nationalen und internationalen Markt. Die Logistiktochter Wetralog wurde 2003 gegründet, beschäftigt rund 400 Mitarbeitende und bündelt die gesamte Logistik des Konzerns. Loopario, vormals unter dem Namen Logistikbude bekannt, ist ein im Ruhrgebiet ansässiges Unternehmen, das laut der Mitteilung aus dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik hervorgegangen ist.

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