Fischkonsum Deutsche essen wieder deutlich mehr Fisch

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und Meeresfrüchten ist in Deutschland auf 13,9 Kilogramm gestiegen – so viel wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig stiegen die Fischpreise langsamer als die Lebensmittelpreise insgesamt. Überraschend: Das Küstenland Mecklenburg-Vorpommern landet beim Verbrauch nur auf dem vorletzten Platz.

Freitag, 11. September 2026, 09:23 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Lachs bleibt 2025 der beliebteste Fisch der Deutschen – vor Alaska-Seelachs und Thunfisch. Bildquelle: David Farcas

Der Fischkonsum in Deutschland ist im Jahr 2025 wieder gestiegen. Pro Kopf verzehrten die Bundesbürger 13,9 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte auf Basis des Fanggewichts – 1,6 Kilogramm mehr als im Vorjahr, wie das Fisch-Informationszentrum in Hamburg mitteilte. Es handele sich um den zweithöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre. „Wir sehen, dass endlich einmal wieder nach langen Jahren der Stagnation oder sogar Rückläufigkeit der Fischkonsum in Deutschland im Jahr 2025 gestiegen ist“, so die Vorsitzende Petra Weigl.

Preisentwicklung deutlich beruhigt

Insgesamt kauften die Verbraucher den Angaben zufolge im vergangenen Jahr fast 425.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte und gaben dafür mehr als 5,1 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2024 waren es noch rund 415.000 Tonnen für etwa 5 Milliarden Euro gewesen. Im weltweiten Vergleich liege Deutschland beim Pro-Kopf-Verbrauch im Mittelfeld, sagte Geschäftsführer Stefan Meyer. Island führe die Rangliste mit fast 84 Kilogramm pro Kopf an.

Die Preisentwicklung bei Fisch hat sich nach Angaben des Fisch-Informationszentrums zuletzt deutlich beruhigt. Nach starken Steigerungen in den Jahren 2022 und 2023 blieb der Fischpreisindex 2024 und 2025 weitgehend stabil. Im Jahr 2025 lag er bei 130,2 Punkten (Basis: 2020 gleich 100), während der allgemeine Lebensmittelindex 135,9 Punkte erreichte. Von 2021 bis 2025 seien die Fischpreise um 27,6 Prozent gestiegen – weniger als die Lebensmittelpreise insgesamt mit 31,8 Prozent. Auch Molkereiprodukte und Eier (plus 39,8 Prozent), Brot und Getreide (plus 35,2 Prozent) sowie Fleisch (plus 28,6 Prozent) verteuerten sich den Angaben zufolge stärker.

Lachs bleibt der Lieblingsfisch – Discounter dominieren den Verkauf

Der beliebteste Fisch der Deutschen blieb der Lachs, gefolgt von Alaska-Seelachs und Thunfisch. Auf den Plätzen vier und fünf landeten Hering und Garnelen. Am häufigsten griffen die Verbraucher laut dem Fisch-Informationszentrum zu Dosenfisch und Tiefkühlware, danach folgten Frischfisch sowie Krebs- und Weichtiere. Diese Kategorien deckten zusammen mehr als 70 Prozent des Gesamtmarktes ab. Für den Lebensmittelhandel besonders relevant: 49 Prozent der Fische und Krustentiere kauften die Verbraucher in Discountern, 41 Prozent in Super- und Verbrauchermärkten. Auf Fischfachgeschäfte entfielen lediglich vier Prozent.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Regional zeigte sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Gemessen am tatsächlichen Produktgewicht und ohne Außer-Haus-Verzehr konsumierten die Bremer mit 6,2 Kilogramm pro Kopf am meisten Fisch, gefolgt von den Hamburgern mit 6,0 Kilogramm und den Schleswig-Holsteinern mit 5,8 Kilogramm. Der Bundesdurchschnitt lag bei 5,1 Kilogramm.

Überraschend wenig Fisch aßen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern: Mit nur 4,4 Kilogramm landete das Ostsee-Land auf dem vorletzten Platz. „Wer an der Küste lebt, kennt Fisch und mag Fisch vielleicht noch ein bisschen mehr“, sagte Meyer. Warum Mecklenburg-Vorpommern aus dem Muster falle, konnte er nicht erklären. Ein möglicher Grund sei das geringere Angebot in ländlichen Regionen. Schlusslicht im Ranking war das Saarland mit 4,0 Kilogramm pro Kopf.

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