Rund 70.000 Beschäftigte im Groß- und Außenhandel in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erhalten mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi einigten sich auf eine Entgelterhöhung von insgesamt 5 Prozent in zwei Stufen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Vereinbarung orientiert sich an dem Abschluss, der im Juli in Bayern erzielt wurde. Auch in Hamburg hatten sich Gewerkschaft und Unternehmensverband auf diese Regelung verständigt.
Ab August steigt das Entgelt um 2,9 Prozent. Im Mai 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent. Der Tarifvertrag läuft zwei Jahre. Auszubildende bekommen ab August 40 Euro mehr und ein Jahr später weitere 30 Euro zusätzlich.
In Mecklenburg-Vorpommern stiegen die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen überproportional, teilte Verdi mit. Der tarifliche Mindestlohn liegt den Angaben zufolge im Jahr 2026 bei 14,20 Euro und im Jahr 2027 bei 14,90 Euro.
Verdi rief mehrfach zu Warnstreiks auf
Die Verhandlungen begannen am 29. Mai in Lübeck. Insgesamt gab es vier Verhandlungsrunden. Während der Tarifrunden rief die Gewerkschaft mehrfach zu Warnstreiks auf. „Das war eine sehr intensive Tarifrunde“, sagte Gewerkschaftsvertreter Bert M. Stach. Verdi hatte zuletzt eine Entgelterhöhung um 225 Euro gefordert, was etwa 7 Prozent entspricht.
Zum Groß- und Außenhandel im Norden zählen nach Darstellung von Verdi vor allem Unternehmen wie Metro, Bartels-Langness sowie der Pharmagroßhandel und zahlreiche Lagerstandorte großer Firmen.