Der Nonfood-Discounter Kodi kann im laufenden Eigenverwaltungsverfahren bislang nur für 69 seiner 144 Filialen eine Fortführung sichern. Für 19 Standorte beginnt ab sofort der Räumungsverkauf, wie das Unternehmen mitteilte. Bei weiteren 56 Filialen steht eine Entscheidung noch aus.
Damit zeichnet sich ab, dass Kodi im Zuge der Sanierung deutlich schrumpfen wird. Bereits bei der Beantragung des Insolvenzverfahrens im Juli 2026 hatte das Unternehmen angekündigt, rund 50 der damals noch 150 Filialen schließen zu wollen. Den betroffenen Beschäftigten an den 19 Standorten muss nach der für den 1. Oktober 2026 erwarteten Verfahrenseröffnung durch das Amtsgericht gekündigt werden. „Die vergangenen Wochen waren für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großen Belastungen und erheblicher Unsicherheit verbunden“, erklärte Geschäftsführer Fabian Grund laut der Mitteilung. Es tue ihm leid, dass nicht für alle Filialen und Beschäftigten eine bessere Lösung habe erreicht werden können.
Unter den Standorten, die geschlossen werden, befinden sich Filialen in Ahaus, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Kleve, Königswinter, Siegburg, Solingen und Wuppertal – allesamt in Nordrhein-Westfalen, dem Kernmarkt des Unternehmens. Hinzu kommen Filialen, die bereits vor dem Eigenverwaltungsverfahren geschlossen wurden.
Kodi meldet zum zweiten Mal Insolvenz an
Kodi hatte beim Amtsgericht in Halle an der Saale im Juli 2026 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit schwacher Konsumstimmung, zunehmendem Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohen Energie- und Mietkosten sowie steigenden Lohnnebenkosten.
Es ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit: Schon im November 2024 hatte Kodi wegen Zahlungsschwierigkeiten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Damals übernahm ein Investoren-Konsortium 150 der insgesamt 230 Filialen. Im Februar 2026 kaufte Kodi zudem den ostdeutschen Konkurrenten Mäc Geiz, dessen Sanierung ebenfalls von der Kanzlei Andres Partner begleitet wird.
Mit dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums am 30. September 2026 sollen die Löhne und Gehälter der verbleibenden Beschäftigten wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb gezahlt werden. Das Unternehmen mit Sitz in Oberhausen beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit knapp 1.200 Menschen. „Unser Ziel bleibt es, dem fortgeführten Filialnetz eine wirtschaftlich nachhaltige Perspektive zu geben“, erklärte Grund. Die Geschäftsführung kündigte an, über die noch offenen Gespräche zu den verbleibenden 56 Standorten zeitnah zu informieren.
