Vorhergesagt Zwischen Selberkochen, Pumpkin Spice und Markenliebe – das sind die aktuellen Social-Media-Trends

Hintergrund

Social-Media-Trends beeinflussen das Geschäft immer stärker. Welche Hypes das Potenzial haben, Sortimente zu verändern.

Montag, 28. September 2026, 07:40 Uhr
Lina Arnold
Spart Geld und ist nachhaltig: zu Hause essen. Bildquelle: Screenshots

Essen zu Hause haben

Meine Mutter hat früher immer gesagt: „Wir haben Brot im Tiefkühlfach.“ Ganz à la „Wir haben Essen zu Hause.“ Genau das, was man als Kind nicht hören wollte, wenn man eigentlich zum großen M wollte. Doch im Erwachsenenalter versteht man Mama so langsam. Auf Social Media kursiert passend dazu gerade der Trend: „Mama hatte recht. Wir haben Essen zu Hause.“ Dazu werden Videosequenzen und Bilder von frisch zubereitetem Essen oder auch Resteverwertung gezeigt. Die Posts zeigen, dass Kochen zu Hause nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Gesundheit schont. Lebensmittel zu Hause aufbrauchen, statt sie wegzuwerfen und auswärts zu essen. Zutaten bewusst auswählen und selbst verarbeiten, anstatt etwas Fertiges zu bestellen. Solche Trends können den Handel für junge Leute wieder attraktiver machen und sie dazu motivieren, bewusster einzukaufen, zu kochen und Lebensmittel aufzubrauchen.

Pumpkin Spice is back

Sobald die ersten braunen Blätter fallen, die Tage wieder dunkler und auch regnerischer werden, darf natürlich auch eines nicht fehlen: Pumpkin Spice. Die großen Café-Ketten bringen ihre berühmten, nach Herbst schmeckenden Lattes auf die Karte, und alle möglichen Kürbisrezepte schießen durch die Decke. Social Media wäre natürlich nicht Social Media, wenn die Food-Creators nicht schon längst etliche Videos zu eigenen Herbstkreationen geteilt hätten. Allen voran gehen Rezeptvideos, die den berühmten Sirup für den Pumpkin Spice Latte zeigen. Anstatt also sieben Euro für ein fertiges Getränk auszugeben, können die Leute sich einen ganzen Vorrat an Sirup ganz einfach selbst zu Hause herstellen. Die Zutaten dafür kriegt man in jedem Supermarkt, sie sollten gerade zu dieser Jahreszeit gut sortiert beieinander mit einer Anleitung zu finden sein.

Seid netter zueinander

Katjes, die vegane Gummibärchen-Brand, hat eine neue Kampagne gelauncht. Diese stellt die Unterschiede unserer Gesellschaft und ihre Gemeinsamkeiten heraus. Denn obwohl wir verschiedene Jobs, Verantwortlichkeiten, Hobbys und Vorlieben haben, vereint uns eine Sache dennoch: das freundliche Miteinander. Katjes inszeniert Freundlichkeit als verbindende Kraft, die in der heutigen Zeit zu einem der wichtigsten Marketinginstrumente geworden ist. Weniger der Name als das Gefühl einer Marke oder eines Produkts spielt eine Rolle. Die Kampagne von Katjes zeigt ganz toll, dass Brand-Image weit über Produkt und Verpackung hinausgeht. Insbesondere in diesen Zeiten können Marken nämlich auch darüber hinaus innerhalb der Gesellschaft für Diskurs, Einigung und Denkanstöße sorgen. Nicht nur Lebensmittelproduzenten sollten daher auf die gesellschaftlichen Themen achten, sondern auch Märkte. Denn weit über die Produkte hinaus geht es um Einkaufserlebnis, Miteinander, Service, Beratung – die emotionale Bindung und Beziehung, die Unternehmen aufbauen können. Mit „Seid sweet zueinander“ vermittelt Katjes nicht nur eine Kampagne, sondern auch ein ansteckendes ­Lebensgefühl.

Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Food-Trends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren. Social Media Agentur | TikTok Agentur – Joli

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