Warenverfügbarkeit hängt nicht allein davon ab, ob Produkte produziert, bestellt und rechtzeitig bereitgestellt werden. Entscheidend ist auch, ob genügend Transportkapazitäten vorhanden sind, um sie zum richtigen Zeitpunkt ans Ziel zu bringen. Gerade für den Lebensmittelhandel und Produzenten kann das schnell relevant werden: bei Aktionsware, saisonalen Spitzen, kurzfristig veränderten Mengen oder wenn eingeplante Transporte ausfallen.
Die aktuelle Lage am Transportmarkt macht Flexibilität immer wichtiger. „Auf dem TIMOCOM Road Freight Marketplace lagen die frei gemeldeten LKW-Kapazitäten im zweiten Quartal europaweit 10,8 Prozent unter dem Vorjahreswert“, berichtet Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei TIMOCOM.
Für Verlader stellt sich deshalb weniger die Frage, ob jeder Transportbedarf langfristig vorhersehbar ist. Entscheidend ist vielmehr, wie schnell sich zusätzliche Optionen erschließen lassen, wenn die ursprüngliche Planung nicht mehr passt oder ausreicht. „Transportbedarfe lassen sich nicht immer vollständig im Voraus planen. Schwankende Mengen, begrenzte Kapazitäten oder kurzfristige Störungen können zusätzliche Transportoptionen erforderlich machen“, so Gburek weiter.
Stammnetzwerk und flexible Reserven vereinen
Ein stabiles Netzwerk aus festen Transportpartnern bleibt die Grundlage planbarer Transportprozesse. Für kurzfristige Zusatzbedarfe kann es jedoch sinnvoll sein, das bestehende Netzwerk gezielt zu erweitern. „Wenn die Auslastung hoch ist, lassen sich zusätzliche Kapazitäten kurzfristig nur schwer beschaffen. Deshalb sollten Unternehmen neben ihren festen Transportpartnern frühzeitig zusätzliche Optionen aufbauen“, sagt Gunnar Gburek. Er empfiehlt ein zweistufiges Vorgehen, um Verlässlichkeit mit Flexibilität zu verbinden: Transporte zunächst bekannten Partnern anbieten und den Suchradius nur dann erweitern, wenn deren Kapazitäten nicht ausreichen.
Genau dafür lassen sich digitale Marktplätze nutzen. Über eine geschlossene Frachtenbörse im TIMOCOM Marketplace können Verlader zunächst mit einem definierten Kreis bevorzugter Transportpartner arbeiten. Besteht weiterer Bedarf, eröffnet die TIMOCOM Frachtenbörse den Zugang zu zusätzlichen Transportdienstleistern und verfügbaren Kapazitäten in ganz Europa. So kann das bestehende Netzwerk ergänzt werden, ohne etablierte Geschäftsbeziehungen per se zu ersetzen.
Wiederkehrende Bedarfe planbarer machen
Nicht jeder kurzfristige Engpass ist tatsächlich unvorhersehbar. Saisonale Spitzen, Aktionszeiträume oder wiederkehrend stark ausgelastete Routen lassen sich häufig vorab identifizieren. Zeichnet sich zusätzlicher Kapazitätsbedarf regelmäßig ab, lässt er sich frühzeitig in der Transportbeschaffung und Disposition berücksichtigen.
Über TIMOCOM Ausschreibungen können Unternehmen weitere Dienstleister für regelmäßige Transportaufträge finden. So lassen sich feste Transportbeziehungen für planbare Verkehre mit zusätzlichen Optionen für saisonale Spitzen und kurzfristige Bedarfe im TIMOCOM Marketplace verbinden.
Kapazität allein reicht nicht
Ist ein zusätzlicher Transport organisiert, wird Transparenz über seine Durchführung wichtig. „Gerade bei zeitkritischen Lieferungen müssen Wareneingang, Lager und nachgelagerte Bereiche frühzeitig erkennen können, ob sich die geplante Ankunft verändert“, so Gunnar Gburek.
Die TIMOCOM Live-Sendungsverfolgung stellt dafür unter anderem Positionsdaten, Statusinformationen und die voraussichtliche Ankunftszeit bereit. Damit lässt sich auch bei kurzfristig vergebenen Transporten besser einschätzen, wann die Ware tatsächlich eintrifft.
Transportflexibilität entsteht damit nicht erst in dem Moment, in dem Kapazitäten fehlen. Sie beginnt mit einem Netzwerk und digitalen Prozessen, die verschiedene Beschaffungswege miteinander verbinden. Für Lebensmittelhandel und -industrie kann genau diese Kombination dazu beitragen, bei schwankenden Mengen oder unerwarteten Veränderungen handlungsfähig zu bleiben und damit die Warenverfügbarkeit besser abzusichern.

