Russland Putin stellt Metro-Geschäft unter Zwangsverwaltung

Der Kreml hat das Russland-Geschäft des deutschen Lebensmittelgroßhändlers Metro unter externe Kontrolle gestellt. Metro verliert die operative Kontrolle über 91 Großhandelsgeschäfte und 9.000 Mitarbeiter. Bereits im September hatte Putin die Unternehmen Nestlé und Auchan unter Zwangsverwaltung gestellt.

Dienstag, 29. September 2026, 09:42 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Metro unterhält nach eigenen Angaben in Russland 91 Großhandelsgeschäfte, wie dieses hier in Samara. Bildquelle: Getty Images

Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers Metro unter Zwangsverwaltung gestellt. Der Kreml veröffentlichte einen entsprechenden Erlass. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro um ein Unternehmen des Vorstandschefs von Metro Russia, Johannes Tholey.

Metro teilte mit, dass das Unternehmen keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach von einer „vorübergehenden Zwangsverwaltung“.

Im September 2026 hatte Putin bereits den Schweizer Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung gestellt. Der Kreml erklärte zu den früheren Entscheidungen, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien. Die Militärhilfe aus diesen Ländern werde aktiv von Kiew für Schläge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Mitteilung.

Metro betreibt 91 Großhandelsgeschäfte in Russland

Metro war nach eigenen Angaben 2001 in den russischen Markt eingetreten. In Russland sei man mit 91 Großhandelsgeschäften vertreten. Rund 9.000 Mitarbeiter arbeiteten für Metro in Russland. Die Metro AG hatte nach Beginn des von Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine entschieden, in Russland zu bleiben. „Es war und ist auch für uns ein schwieriger Abwägungsprozess“, zitierte das Unternehmen aus einer Mitteilung aus dem Jahr 2023.

Metro erklärte, dass man seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen habe, um die Verbindungen zwischen Metro Russland und der Metro AG zu verringern. Weitere Auswirkungen des Dekrets auf die AG würden derzeit analysiert. Russland hatte im Zuge der vom Westen verhängten Sanktionen, darunter unter anderem die Beschlagnahmung von Staatsvermögen in der EU, mit Gegenmaßnahmen gedroht.

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