Spielwarenhandel Rofu Kinderland schließt Insolvenzverfahren ab – Investor übernimmt 77 Filialen

Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat seine Insolvenz in Eigenverwaltung beendet. Die Kids & School Holding übernimmt den Geschäftsbetrieb und führt 77 der bislang 104 Filialen fort. 27 Standorte schließen Ende Juli nach einem Abverkauf.

Montag, 27. Juli 2026, 15:08 Uhr
Theresa Kalmer
Für den Großteil der Rofu-Kinderland-Filialen geht es weiter: Der neue Investor übernimmt 77 Standorte und sichert nach Unternehmensangaben rund 1.150 Arbeitsplätze. Bildquelle: Rofu

Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat seine Insolvenz in Eigenverwaltung abgeschlossen. Alle Gläubigergruppen stimmten dem Insolvenzplan Ende Juni 2026 einstimmig zu, wie das Unternehmen mitteilte. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hob das Verfahren auf. Ab dem 1. August 2026 kann der Händler mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach den Geschäftsbetrieb wieder eigenständig fortführen.

Die Kids & School Holding übernimmt den Geschäftsbetrieb und wesentliche Vermögenswerte von Rofu Kinderland. Das Unternehmen hatte die Investorenvereinbarung mit der Holding nach eigenen Angaben bereits im April 2026 geschlossen. Die geschäftsführenden Mitgesellschafter Achim Weniger und Bernd Stocker sollen das Unternehmen künftig leiten. „Unser Ziel ist es, die Marktposition von Rofu als stationärer Spielwarenhändler zu stärken und das Unternehmen langfristig erfolgreich auszurichten“, zitierte das Unternehmen Weniger in der Mitteilung.

Von den bislang 104 Filialen führt der Investor 77 Standorte fort. 27 Filialen gehören nicht zum Übernahmekonzept und schließen Ende Juli 2026 nach einem Abverkauf. Die Zentrale bleibt am bisherigen Hauptsitz. Den Angaben zufolge sichert die Lösung rund 1.150 Arbeitsplätze.

Pluta-Sanierer Katholing scheidet planmäßig aus der Geschäftsführung aus

Rofu Kinderland befand sich seit dem 19. Januar 2026 in einem Eigenverwaltungsverfahren. In dieser Zeit blieb das Management im Amt und arbeitete mit den Restrukturierungsexperten von Pluta zusammen. Marcus Katholing von Pluta war als Sanierungsgeschäftsführer tätig und setzte gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Michael Fuchs Restrukturierungsmaßnahmen um. Beide scheiden laut der Mitteilung zum Monatsende planmäßig aus der Geschäftsführung aus. „Die einstimmige Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan ist ein starkes Signal und schafft Klarheit für die Zukunft von Rofu“, sagte Katholing laut der Mitteilung.

Rofu Kinderland bezeichnet sich als führenden Spielwarenhändler im Südwesten Deutschlands. Das Unternehmen verkauft nach eigenen Angaben seit mehr als 40 Jahren Spielwaren, Kinderbücher, Schulbedarf und Gesellschaftsspiele und betreibt Filialen in sechs Bundesländern.

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