Anzeige

Wintergrillen Für jeden das Richtige

Jens Hertling | 09. Oktober 2020
Wintergrillen: Für jeden das Richtige
Bildquelle: Jens Hertling

Für den Edeka-Händler Konrad Kreuzberg ist die Herbstgrillsaison ein neuer Trend: Vor allem hochwertiges Fleisch wird gekauft.

Anzeige

Wann startet bei Ihnen das Herbstgrillen?
Konrad Kreuzberg: Das Herbstgrillen fängt bei uns traditionell immer am 1. November an. Die Kunden, die im Herbst grillen, sind Profis und Wiederholungstäter, die das ganze Jahr über grillen.

Welche Trends können Sie im Bereich Grillen ausmachen?
Das Grillen wird deutlich hochwertiger. Dies merken wir neben dem Fleischverkauf auch bei den Getränken. Das ist nicht immer nur das klassische Bier, sondern auch Wein in Premiumqualität. Der Kunde ist auch bereit das zu zahlen.

Wie groß ist der Grillbereich in Ihrer Theke?
In der Herbstgrillsaison haben wir jede Woche von Donnerstag bis Samstag ein Meter extra in der Frischetheke reserviert. Wir haben etwa 30 bis 40 Artikel zum Grillen, die wir alle selbst herstellen. Unser Anspruch ist, dass für jeden Griller etwas dabei sein sollte.

Welche Produkte werden stark nachgefragt?
Die Herbstgriller fragen vor allem nach hochwertigen Produkten wie Geflügel, Fisch und im Rindfleischbereich. Das Angebot wird jede Woche gewechselt.

Wie sollten Mitarbeiter für die Grillsaison geschult sein?
Wir haben das Glück, dass wir an unseren Theken nur Fachkräfte haben. Die Mitarbeiter werden bei uns zusätzlich auf Grillartikel geschult. Wir haben in unseren Räumen im Jahr mehrere Tage eine Schulung oder eine Präsentation. Jeder Mitarbeiter an der Frischetheke bekommt vor der Herbstgrillsaison ein Fleischpaket im Wert von 30 Euro zum Grillen zum Probieren mit nach Hause. Dort kann er die Produkte testen und später mit seinen Erfahrungen beim Kunden punkten. Es ist mir vor allem wichtig, dass der Mitarbeiter das Produkt auch überzeugend verkaufen kann. Der Mitarbeiter – trotz Maske – ist für mich das Non-Plus Ultra.

Sollten die Produkte an der Frischetheke, als SB oder als TK verkauft werden?
Bei uns gibt es das Grillgut vor allem in der Frischetheke und in der SB-Abteilung. Wir sind auch eher dafür, unsere komplette Frische zu verkaufen als die SB-Ware. Der Service ist der Punkt, auf den wir bauen können, um uns vom Discounter abheben zu können. Wir müssen die Vorzüge der Bedientheke mehr nach außen transportieren. Die Bedienungstheke wird in Zukunft das einzige Unterscheidungsmerkmal zum Discount sein.

Wie sollten die Grillprodukte präsentiert werden?
Die Grillprodukte sollen zentral, dekorativ und auffällig in der Frischetheke präsentiert werden. Wir machen immer einen Mittelblock in der Theke, so dass alle Teile dem Kunden sofort ins Auge fallen. Ich würde den Teil, der optisch abgetrennt ist, als unsere „Grilltheke“ bezeichnen. Es sollen keine Massen hergestellt werden, aber so, dass es vernünftig und ordentlich aussieht. Die Produkte müssen so präsentiert werden, dass der Kunde gelockt wird, zu dem Teil der Theke hinzugehen. Und dann kommt immer wieder ein Mitarbeiter in das Spiel, der den Kunden beratend zur Seite steht. Grillen ist für uns ein wichtiger Ansatz für die Profilierung und Kundenbindung.

Wie fanden Sie die Grillsaison 2020?
Ich habe sie mir ein wenig besser vorgestellt. Wir mussten lernen mit Corona umzugehen. Es hängt von vielen Faktoren ab. Wegen der Pandemie trifft man sich zum Grillen nicht mehr im Freundeskreis, sondern nur in der Familie.

Was muss ein Markt tun, wenn das Wetter schlecht ist?
Dazu etwas Grundsätzliches: Zum Grillen gibt es kein schlechtes Wetter. Das A und O sind die Mitarbeiter: Sie müssen immer wieder die Kunden begeistern. In jedem Fall können Sie nur mit einem gut geschulten Thekenteam gegensteuern, da es hier in erster Linie auf die Kommunikation mit dem Kunden ankommt.
Schlechtes Wetter ist natürlich grundsätzlich für die Grillsaison ein Hindernis. Es gehört in der Grillzeit definitiv zur Pflichtaufgabe des Metzgers, sich jederzeit über das Wetter zu informieren, um bei gutem Wetter passend reagieren zu können.

Welche Anforderungen stellen Grillprodukte an die Hygiene?
Die Pandemie stellt uns vor neue Herausforderungen. Die Einhaltung der Hygiene- und der Abstandsvorschriften ist ein absolutes Muss.

Und außerdem?
Die Hygiene beim Fleisch ist das oberste Gebot. Getrennte Bretter und Messer sind ein Muss, wenn man Spieße zubereitet. Das Fleisch wird nur am Tag der Herstellung und am Tag danach verkauft. Die Anforderungen in dem Bereich sind hoch und in Form eines HACCP-Konzepts zu definieren. Es muss generell immer sauber gearbeitet werden. Die Sauberkeit ist auch bei der Herstellung von Grillprodukten und nach der Produktion, durch Reinigen und Desinfizieren der einzelnen Arbeitsutensilien selbstverständlich.

Wie denken Sie über Zweitplatzierungen?
Über Zweitplatzierungen können wir auch unser Sortiment ausweiten – vor allem in Bezug auf saisonale Themen. Besonders sollten Grillsaucen in allen Variationen bereitgestellt werden. Senf, Öle und Gewürze müssen ebenfalls in der Nähe stehen.

Welches Fleisch mögen Sie persönlich?
Ich esse gern ein Stück Filetsteak. Ich bin aber auch mit Gemüse zum Grillen zufrieden.

Hantieren Sie selbst am Grill?
Ich besitze verschiedene Grillgeräte. Ich habe aber immer Angst, etwas falsch zu machen, deswegen grillt auch meine Frau. (lacht).