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Interview mit Jörg Beiß Starke Marken mit Fun-Faktor

Andrea Kurtz | 20. Juli 2018
Interview mit Jörg Beiß: Starke Marken mit Fun-Faktor

Bildquelle: Carsten Hoppen

CFP Brands steht für starke Marken im schwierigen Markt der Zuckerwaren. Die Lebensmittel Praxis sprach mit Geschäftsführer Jörg Beiß über das vielfältige Süßwaren-Portfolio und über Konzepte, die über die einzelnen Marken hinausgehen.

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CFP klingt unbekannt, die Marken dahinter kennt jeder. Welche Unternehmen stecken dahinter?
Jörg Beiß: CFP ist ein 2005 gegründetes Joint Venture, hinter dem traditionsreiche, inhabergeführte Familienunternehmen stecken: Perfetti van Melle mit Mentos, Chupa Chups und Smint halten zwei Drittel am Unternehmen; Lofthouse mit Fisherman‘s Friend ein Drittel. Wenn ab 2019 Ricola dazukommt, werden wir drei gleichberechtigte Shareholder haben, für die wir den Vertrieb und das Marketing auf dem deutschen Markt übernehmen. Die Werteskala von Familienunternehmen in Hinblick auf Ethik, auf Mitarbeiter, aber auch auf langfristige Markenführung stimmt in vielen Dingen überein. Das macht das Arbeiten für mich ungemein spannend und befriedigend.

CFP: Die Historie
  • 1954 wurde die deutsche Mentos Vertriebsgesellschaft gegründet
  • 1977 startet Lofthouse Fleetwood den Verkauf von Fisherman‘s Friend in Deutschland
  • 1981 gründete sich die deutsche Chupa Chups Vertriebsgesellschaft
  • 2000: Das Joint Venture aus Chupa Chups und Van Melle entsteht
  • 2001: Der italienische Süßwarenhersteller Perfetti übernimmt Van Melle zu 100 Prozent
  • 2005: Gründung der CFP Brands Süßwarenhandels GmbH als Joint Venture
  • 2007: Einführung von Mentos Kaugummi in Deutschland
  • 2010 übernimmt CFP die Distribution der französischen Marke N.A! (Nature Addicts)
  • 2014 starte die Distribution der spanischen Marke Snatts in Deutschland
  • 2015 übernimmt CFP den Vertrieb der Marke Center Shock

Wie müssen wir uns die Abstimmungsprozesse zwischen den Unternehmen vorstellen?
Viermal im Jahr gibt es die Aufsichtsratssitzungen, bei denen die groben Linien besprochen und festgelegt werden. Aber natürlich stehen wir auch darüber hinaus im ständigen, engen Kontakt und Abstimmungsprozess. Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Familien so engagiert sind und selbst im Aufsichtsrat sitzen. Sie haben großes Interesse am doch sehr wichtigen deutschen Markt. Unsere größten Marken, die alle auf eine lange Geschichte zurückblicken, gehören in der weltweiten Beliebtheit zu den Top 10 Süßwaren. Das schätzen die Inhaber natürlich sehr.

Wie alt sind die Marken, die hinter CFP stecken?
Teilweise weit mehr als 150 Jahre. Fisherman’s Friend zum Beispiel wurde 1865 vom Apotheker James Lofthouse als Mittel gegen den rauen Hals der Hochseefischer erfunden. Doch seine Tinktur im Glasfläschchen erwies sich für Seeleute auf langen Schiffsreisen als unpraktisch. Daher hat er die Flüssigkeit eingedickt und so die klassischen Fisherman’s Friend Pastillen erfunden. Mentos wurde 1932 erfunden und wird seit den 60er-Jahren im unverwechselbaren Rollenformat vertrieben. Chupa Chups entstand 1958 als „Bonbon am Stiel“ gegen klebrige Kinderhände. 1969 bekamen die Lollis das auffällige Logo mit der Margerite, das von Salvador Dali erfunden wurde und seitdem weiter gepflegt wird.


Wie kam denn das?
Es gab einen persönlichen Kontakt der Inhaberfamilie Bernat zu dem Künstler Dalí, der gebeten wurde: „Mal doch mal was!“ So einen Maler kann man ja nicht beauftragen. Für uns ist das natürlich toll! Wir haben damit eine Markenikone im Portfolio, die international bekannt ist. Chupa Chups steht auch für Innovationen, für Spaß, für junges Naschen – an dieser DNA werden wir nichts verändern. Das gilt im Übrigen für alle unsere Marken: wir werden sie hegen und pflegen, weil wir weiter in die Herzen und in die Münder hineinkommen wollen.

Welche Lücken gibt es im weltweiten Vertrieb?
Da gibt es natürlich eine Menge Wachstumspotenzial. Perfetti van Melle ist mit Mentos in rund 120 Märkten der Welt vertreten, Fisherman‘s Friend in rund 70 und Ricola in etwa 50 Ländern. Also, geografisch ist da noch Luft nach oben. Schauen wir beispielsweise auf Chupa Chups, so macht es Sinn, in jüngere und kinderreiche Märkte wie Südamerika, Afrika oder viele Regionen Asiens zu gehen. Gerade dort steigt die Kaufkraft permanent an, und Zucker wird noch als Energielieferant gesehen.

Wird sich bei Ricola etwas verändern durch die Übernahme?
Nun, in unseren stagnierenden Märkten ist es schon Herausforderung genug, die Erfolgsstory fortzuschreiben. Wir müssen die Positionierung sowie die Abgrenzung zu unserem restlichen Portfolio klar herausstellen. Wir haben Konsumenten befragt, und diese unterscheiden ganz deutlich zwischen Fisherman‘s Friend, Mentos und Ricola. Es ist eine spannende Aufgabe, hier differenziert zu arbeiten. Wir werden aber sicherlich an der erfolgreichen Werbestrategie von Ricola festhalten; lassen Sie sich durch eine neue Kampagne überraschen.