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Verpackung Fast geschlossener Kreislauf

Susanne Klopsch | 07. Oktober 2013

Neben einem funktionierenden Mehrwegsystem hat sich in Österreich ein erfolgreiches System zur Wiederverwertung der PET-Flaschen etabliert.

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Ganz knapp hängt uns Österreich ab. Zumindest was die Recyclingrate bei sämtlichen Siedlungsabfällen angeht: 63 Prozent beträgt diese in Österreich – Deutschland kommt mit einer Quote von 62 Prozent ganz knapp dahinter. Der europäische Durchschnitt liegt nach dem Bericht der Europäischen Umweltagentur bei 35 Prozent. Entscheidenden Anteil an dieser Quote in unserem Nachbarland hat auch die 2004 abgeschlossene Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen. Sie forciert – neben der Absicherung des Mehrwegsystems – auch den Ausbau des so genannten Bottle-to-Bottle-Recyclings, den Einsatz von recycliertem PET-Material bei der Produktion neuer PET-Flaschen. Ziel ist ein geschlossener Wertstoff-Kreislauf, bei dem auf neu gewonnenes PET verzichtet werden kann.

Zu diesem Zweck entstand in Müllendorf die PET-to-PET-Anlage: In dieser werden die im gelbem Sack oder der gelben Tonne gesammelten PET-Getränkeflaschen qualitativ so hochwertig wiederaufbereitet, dass sie erneut als PET-Getränkeflasche verwendet werden können. Die Anlage wurde 2007 in Betrieb genommen und kann, nach bislang zwei Erweiterungen, 20.000 t bzw. 750 Mio. PET-Flaschen im Jahr verarbeiten. „Eine zusätzliche Erweiterung des Standortes ist bereits vorgesehen“, sagte im April Christian Strasser, Geschäftsführer der PET to PET Recycling Österreich GmbH, die die Anlage betreibt. An dieser Gesellschaft beteiligt sind die Unternehmen Coca-Cola HBC Austria, Radlberger Getränke GmbH, Rauch Fruchtsäfte, Spitz und Vöslauer Mineralwasser AG.

Eine Aufklärungskampagne informierte unter anderem über ökologische Aspekte bei der Herstellung von Verpackungen und den Sinn von Wertstoffsammlungen – und das erfolgreich: Heute wandern sieben von zehn Flaschen, so die jüngsten Erhebungen der ARA (Altstoff Recycling Austria), in den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne und stehen so als Wertstoffquelle für neue PET-Flaschen zur Verfügung. Insgesamt betrachtet setzt die österreichische Getränkeindustrie bei der Herstellung von PET-Gebinden etwa 30 Prozent Recyclat ein.

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Einzelne Unternehmen sind sehr viel weiter: Vöslauer hat den Anteil an Recyclat in seinen PET-Flaschen nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren von 34 auf 52 Prozent gesteigert. Bei den 1,5 l PET-Flaschen betrage der Recyclatanteil bereits 70 Prozent. Die 0,75-l-Flasche des Produkts Vöslauer Balance ist seit vergangenem Jahr sogar komplett aus Recyclat gefertigt. Die laut eigener Aussage Nummer 1 am Mineralwassermarkt in Österreich hat noch höhere Ziele: Bis 2015 sollen Verpackungsmaterial und -gewicht pro Artikel um 20 Prozent reduziert werden. Durch eine Verkürzung des Leichtdrehverschlusses wurden 2012 insgesamt 400 t Kunststoff eingespart.