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Interview mit Andres Ruff - Apetito „ASC wird immer bedeutsamer werden“

Lebensmittel Praxis | 21. September 2012
Interview mit Andres Ruff - Apetito: „ASC wird immer bedeutsamer werden“

Bildquelle: Hermann Willers

Als nach eigenen Angaben erstes Unternehmen bietet die Apetito-Tochter Costa seit August ASC-gelabelte, tiefgekühlte Tilapia-Filets an. Interview mit Andres Ruff.

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Andres Ruff, Vorstandsvorsitzender der Apetito AG, zur Entscheidung für den Aquaculture Stewardship Council.

Es gibt diverse Nachhaltigkeits-Siegel, unter denen Fischprodukte bzw. Meeresfrüchte vermarktet werden: Warum nun ASC-gelabelte Produkte?
Andres Ruff: ASC ist ein Siegel für verantwortungsbewusste Aquakulturen. Und aus Aquakulturen werden in den nächsten Jahren über 50 Prozent der zur Verfügung stehenden Menge an Fischen und Meeresfrüchten kommen – sie werden daher immer mehr an Bedeutung zunehmen.

Was zeichnet ASC aus?
Der ASC arbeitet als unabhängige Non-Profit-Organisation am Management der Fischproduktion aus Aquakultur. Grundlage sind sieben Prinzipien, die die gesamte Produktionskette mit Eierzeugung, Aufzucht, Futtermittel, Umweltbelastung (Wasseraufbereitung (Hatchery), Wasserbelastung (Farm)) und die Sozialstandards für Mitarbeiter mit einbeziehen. Es sind sehr strukturierte Abläufe und ein entsprechendes Monitoring erforderlich, was sicherlich Investitionen notwendig macht und laufende Kosten verursacht. Deshalb können derzeit erst sehr wenige Farmen dem ASC-Standard gerecht werden. Nach unseren Informationen sind konkret drei Farmen zertifiziert, die alle zu einem Zuchtbetrieb gehören.

Derzeit bieten Sie Tilapia-Filets an: Gibt es einen realistischen Zeitplan für die Einführung weiterer Produkte?
Derzeit gibt es nichts Konkretes, aber wir sind im engen Dialog mit unseren Partnern und werden die Entwicklungen zu den für uns relevanten Spezies eng begleiten.

Wie ist die Preisstellung? Ist der deutsche Kunde, auch als Sparfuchs bekannt, bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen?
Costa führt bei Qualität und Nachhaltigkeit: Das ist zugleich unser Anspruch. Wir sind der Meinung, dass Qualität ihren Preis hat und auch haben muss. Wenn wir unseren Lieferpartnern faire Preise zahlen wollen, dann können wir nicht unter einem gewissen Preisniveau anbieten. Aber natürlich muss sich dies so erst noch im Markt bestätigen. Um die Preiswürdigkeit des Siegels zu stützen, ist sicherlich auch Aufklärungsarbeit seitens des Handels, der Marken, aber auch der Medien und zum Beispiel der Stiftung Warentest nötig. Wenn Medien einseitig nur die Preisvergleiche in den Vordergrund stellen und Nachhaltigkeitsaspekte nicht ausreichend bewertet werden, wird sich auch der Verbraucher schwer an solchen Kriterien orientieren.