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Verpackung „Die Biotüte ist nicht tot“

Susanne Klopsch | 21. September 2012

Auch wenn Rewe und Aldi sie derzeit ausgemustert haben: Die Biotu?te wird weiter verbessert.

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Etabliert in Österreich, wurde sie hierzulande bei Aldi und Rewe im Frühjahr erstmal ausgemustert: die Biotüte. Sie besteht aus einem Mix aus Mineralöl und bis zu 50 Prozent aus pflanzenbasierten Rohstoffen. Basis dafür ist die von BASF entwickelte Folie Evocio, die ihrerseits einen großen Anteil nachwachsender Rohstoffe hat. Streit gab es um die Kompostierbarkeit der Tüte, die Deutsche Umwelthilfe warf den Handelsunternehmen Verbrauchertäuschung vor – die zogen die Tüte aus dem Verkehr. Vorerst. Denn die Arbeit an der „Biotüte 2.0“ geht weiter, wie die Frechener Victorgroup bestätigt: „Wir arbeiten gemeinsam mit der BASF an der Erhöhung der pflanzenbasierten Rohstoffe. Wir haben immer gesagt, dass die Biotüte optimierbar ist und nur ein erster Schritt weg von Erdöl-basierten Produkten sein kann.“ Die Tüten sind nach DIN EN 13432 kompostierbar, das heißt, sie sind unter industriellen Bedingungen vollständig kompostierbar. Rewe und Aldi verzichten dennoch weiter auf die Biotüte. Die Kölner verweisen zur Begründung auf die „uns aktuell vorliegenden Erkenntnisse zum momentanen Entwicklungsstand der Bioplastiktüten und deren Kompostierbarkeit“. Die Kunden würden immer mehr dazu übergehen, die Plastiktüten mehrfach für den Einkauf zu verwenden (bis zu fünf Mal), auch das sei ein Beitrag zur Umweltschonung. Die sogenannten Permanenttaschen – PET-Tragetaschen aus recycelten Plastiktaschen, die für 99 Cent verkauft werden – seien bis zu 50 mal wiederverwertbar.

Interessant ist ein Blick ins Ausland: In Österreich hat die Rewe-Tochter Billa die von der Victorgroup produzierte Biotüte weiter im Angebot. Und die ist ein Hit: Gut 300.000 Stück werden monatlich verkauft. Die gleiche Menge verkauft laut Victorgroup auch Hofer (Aldi Süd). In die Schweiz liefern die Frechener etwa 60.000 Stück im Monat. Seit August tauscht Billa sukzessive seine Plastiktragetaschen aus und ersetzt sie durch Plastiktüten, die aus bis zu 80 Prozent recyceltem Altkunststoff bestehen.

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