Tipps für die Saison Wie Händler jetzt am Sommer verdienen

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Der Sommer fühlt sich in vielen Regionen Deutschlands endlich wieder wie ein Sommer an. Die übrigen Spiele der Fußball-EM locken zusätzlich ins Freie. Wir zeigen die Sommertrends und geben Tipps für Sortiment und Aktionsplatzierung.

Dienstag, 09. Juli 2024 - Sortimente
Dagmar Schumann (mit Andrea Kurtz)
Artikelbild Wie Händler jetzt am Sommer verdienen
Bildquelle: Getty Images

Moderne Sommerpartys stehen gleich vor mehreren Fragen: Genuss oder Umweltbewusstsein? Fleisch oder Veganes auf den Grill? Und was muss in diesem Sommer unbedingt ins Glas? Die LP gibt einen Überblick über die aktuellen Trendthemen beim Grillen, bei Getränken und auch bei Nonfood.

Was auf den Grill gehört

„Dieses Jahr erobern pflanzenbasierte Alternativen den Grill und sorgen für eine gesunde und bunte Vielfalt auf dem Teller“, erklärt Finn Naujoks, Marketingleiter der Bohlsener Mühle. Naujoks gibt konkrete Tipps für den Endkunden: „Allen Grillfans empfehlen wir diesen Sommer, ihre Gäste mit pflanzlichen Highlights auf dem Grill oder am Büfett zu überraschen, wie mit unseren neuen BBQ-Burger-Variationen aus Hülsenfrüchten und Couscous-Salaten aus 100 Prozent Bio-Zutaten.“

Gerade die Hülsenfrucht-Bratlinge böten von Fava-Bohnen bis Falafel eine abwechslungsreiche Geschmackspalette, die Couscous-Salate ließen sich ohne Kochen schnell zubereiten, erläutert der Marketingleiter. „Und ganz nebenbei sind die pflanzlichen Bio-Schnellgerichte, deren CO2-Footprint sich nachlesen lässt, noch gut fürs Klima“, meint er.

Um Fleisch komme man nicht herum, meint hingegen Dr. Franz Radatz, Geschäftsführer der Radatz Fleischwaren Vertriebsgesellschaft: „Grillen hat bei uns oberste Priorität – insbesondere im Würstelbereich.“ Die Käsekrainer und Co. zeichneten sich durch die hochwertige Rezeptur und den einzigartigen Geschmack aus, betont der Österreicher – nur so habe man über die Jahre eine riesige Fangemeinde gewinnen können. Dazu kämen auch laufend Sondereditionen, die Abwechslung auf die Grills brächten.

Die richtigen Saucen sorgen für zusätzlich ausgefallene Geschmackserlebnisse. „Keine Party ohne köstliches Essen“, meint Christian Berger, Wiberg Team Inspiration, dazu. Er erläutert selbstbewusst: „Wer gern grillt, greift zu den drei Wiberg-BBQ-Mischungen. Sie gehören an den Grill, wo Kohlen glühen und Essen brutzelt.“ Unverzichtbar sei auch die Avocado geworden, ergänzt Berger. „Ob Dip, schmackhafte Guacamole oder frische Rohkost: Diese würzige Mischung bringt Geschmack und bunte Farbakzente in jede Sommerparty!“

Aktionssortimente haben Konjunktur

Die Themen Sommer, Partyzeit, Grillen und „draußen genießen“ stehen auch bei den Handelsketten derzeit im Vordergrund und finden sich in den Aktionssortimenten wieder. Aldi, Edeka, Rewe, Kaufland, Famila, Netto … alle haben seit spätestens Mitte/Ende Mai das Thema auf den Prospekten, den Webseiten und auf der Fläche präsent.

Anja Corvin, Rewe Ernährungsexpertin und Diplom-Ökotrophologin, verweist auf den Grill-Planer, der seit KW 22 online ist: „Der Sommer steht an – und damit die Grillzeit! Hier bietet unser Grill-Planer viele Inspirationen für den Kunden: Egal ob vegetarisch, vegan oder mit Fisch und Fleisch, ob Salate, Dips oder Desserts – mit dem Rewe-Grill-Planer kann jeder spielerisch Rezepte mit seinen persönlichen Lieblingszutaten entdecken.“ Die benötigten Produkte können in der Einkaufsliste gespeichert und ausgedruckt oder direkt beim Lieferservice bestellt werden. Den Rewe-Grill-Planer gibt es unter https://grill-planer.rewe.de/. Darüber hinaus ist die Rewe serviceorientiert unterwegs und bietet beispielsweise einen Web-Link für Party-Geschenke an – mit zahlreichen Tipps rund um eine gelungene Party, vom Kindergeburtstag bis zu Themenpartys.

Damit zeigt sich: Die Sommer-, Grill-, Draußen-Party ist natürlich nicht nur Essen und Trinken. Ganz im Sinne des One-Stop-Shoppings bieten Discounter und Supermärkte ein umfangreiches Artikelangebot von der Deko über Garten- und Terrassenmobiliar bis zum kompletten Grill- und Partyzubehör, wie zum Beispiel bei Netto, wo seit KW 22 unter dem Motto „Bereit für die nächste Party?“ alles für die Gartenparty vorgestellt wird: Gartenmöbel, Grillzubehör, Deko, Eismaschinen, Outdoorspiele, Grillrezepte und Ideen für den Sommerdrink. Und Aldi trumpft ebenfalls seit KW 22 mit einem Sortiment „Alles für die Pool-Party“ auf.

Starke Nonfood-Zusatzsortimente

Alisa Götzinger, Kaufland Unternehmenskommunikation, führt zum Thema aus: „Wir bieten unseren Kunden ein großes Aktionssortiment, dazu zählen selbstverständlich auch Angebote für den Sommer. Neben unserer wöchentlich wechselnden Aktionsware, bei der wir zum Beispiel Badebekleidung, Sonnenschirme oder Deko für den Balkon anbieten, führen wir im Sommer ein großes Sortiment, bei dem unsere Kunden alles für die perfekte Balkon- oder Terrassenausstattung finden.“ Kaufland ergänze damit sein großes Grillsortiment für die warme Jahreszeit. Bei Kaufland könnten Kunden in den Sommermonaten aus rund 130 verschiedenen Fleisch- und Wurstprodukten für den Grill wählen, davon 70 Artikel der Kaufland-Eigenmarken Let’s BBQ und rund 50 Artikel an den Bedientheken. „Ein absoluter Klassiker, den die Kunden jedes Jahr wieder gerne grillen, ist das Steak Mexico, ein Nackensteak vom Schwein, das mit einer Paprika-Marinade gewürzt ist“, so Götzinger. „Nicht minder beliebt ist die Original Thüringer Rostbratwurst, die ebenfalls bei einer großen Zahl von Kunden im Einkaufswagen landet und die Kaufland selbst im Fleischwerk in Thüringen produziert.“ Aber auch vegetarische Alternativen erfreuten sich immer größerer Beliebtheit. Dazu zählten laut Kaufland nicht nur pflanzliche Würste, sondern auch verschiedene Grillkäse oder vegetarische Maultaschen.

Durstlöscher im Trend

Welche Getränke gehören im Sommer 2024 unabdingbar zu einer perfekten Party? Oft halten Getränketrends erst einmal von den Bars dieser Welt ihren Einzug in die Privathaushalte. Zumindest was die Cocktail-Kultur angeht. Ein Blick auf diese verrät: Von minimalistischen Meisterwerken bis hin zu umami Geschmacksexplosionen ist alles dabei. Das meint Kaitlyn Stewart, Global Bartending Champion, und stellt dazu drei Thesen auf.

These 1: Mit „weniger ist mehr“ wird der Minimalismus begründet, wonach ein Cocktail mit nur drei Zutaten mehr Geschmackserlebnis bieten kann, weil man jede einzelne Komponente besser schätzen lernt. Das kann man beim Unternehmen Verpoorten nachvollziehen und empfiehlt: „Als besonderes Genuss-Highlight darf ein Verpoorten Colada nicht fehlen. Dieser Drink kombiniert Verpoorten Pfirsich-Maracuja, Prosecco und eine Kugel Kokoseis – einfach Sonne im Glas.“ Denn bei der perfekten Sommerparty entstünden Momente, an die man sich gerne erinnere. „Beste Voraussetzungen sind vorhanden, wenn an einem Sommerabend die besten Freunde in gemütlichem Ambiente, bei guter Musik, leckerem Essen und sommerlichen Drinks zusammenkommen“, suggerieren Marketingexperten von Verpoorten.
Die zweite These bezieht sich auf die Textur: Um die Textur von Spirituosen und Cocktails zu verändern, wird schon seit einiger Zeit das sogenannte Fat-Washing angewendet, bei dem eine ölige Zutat in den Alkohol gegeben, dieser eingefroren wird, wodurch das Fett fest wird und sich abtrennt. Das Fett wird entfernt, aber der Geschmack des Fetts verbleibt in der Flüssigkeit. Wurde bisher hauptsächlich Milch verwendet, wird es in diesem Jahr wohl eher Kokosnuss- oder Sesamöl sein, spekuliert Kaitlyn Stewart.

Und schließlich, so die Drinks-Expertin weiter: Für komplexe Geschmacksprofile wird auf Umami-Zutaten (der fünfte Grundge-schmack) gesetzt, das können Tahini, Miso-Pilze und Algen sein.

Chefs Culinar nennt weitere Trends: Kaffee, ein Getränk mit unzähligen Aromen und Nuancen, erobert die Welt der Cocktails. Nicht nur im beliebten Espresso Martini findet Kaffee Verwendung, sondern auch in einer Vielzahl innovativer Cocktailkreationen. Die Vielfalt von bitter bis süß eröffnet neue Horizonte.

Schon seit Jahren setzt sich außerdem der Trend „ohne Promille“ kontinuierlich fort und erlebt auch in 2024 neuen Aufschwung. Von erfrischenden Mocktails bis hin zu komplexen alkoholfreien Spirituosen – die Auswahl ist vielfältiger denn je und bietet für jeden Geschmack das Passende.

Wie in fast allen Sortimenten spielt auch hier Regionalität eine immer wichtigere Rolle. Es wird mehr Wert auf Zutaten aus der Region gelegt. Bei Cocktails mag das nicht immer einfach sein. Aber lokale Brauereien, Weingüter oder Brennereien zeigen, dass die „Local Heroes“ im Trend liegen.

Das Thema Plant-based darf in diesem Zusammenhang auch nicht fehlen. So erobern Mandel- und Haferdrinks die Getränkewelt weiter im Sturm. Bei den Menschen, die viel Wert auf das Thema Gesundheit legen, wird auch beim Thema Getränke der Fokus auf den Gesundheitswert und die Funktionalität gelegt. Probiotische Drinks, Ingwer-Shots und pflanzliche Alternativen sind Lieblinge auf dem Markt der „Healthy Drinks“. In Zukunft werden darüber hinaus Lebensmittel und Getränke, die an die persönlichen Bedürfnisse angepasst sind, an Bedeutung gewinnen. Und schließlich stehen selbst gemachte Limonaden bei immer mehr Partygastgebern hoch im Kurs, um den Durst ihrer Gäste an heißen Sommertagen zu stillen.

Fertig gemixte Drinks hoch im Kurs

„Zu einer perfekten Sommerparty gehören natürlich die perfekten Drinks! Mit vielfältigen Aperitifs wie Lillet, Italicus, Savoia oder auch mit Innovationen wie Absolut Sensations können wir die Konsument:innen überzeugen“, erklärt Benjamin Franke, Marketing Director Pernod Ricard Deutschland, zum Thema Sommer, Sonne, Party und Genuss und spricht unter anderem mit Lillet das Getränkethema 2024 schlechthin an: die RTD (Kurzform von „Ready-to-drink“). Das sind alkoholische, aber auch alkoholfreie Getränke, die „fertig zum Trinken“ sind. Diese werden seit rund 20 Jahren angeboten, richtig angekommen sind sie im Frühjahr 2024.

So wurden Ready-to-drink-Getränke auf der Pro Wein im März 2024 mit ihrer neuen Markenwelt Pro Spirits in Düsseldorf in unterschiedlichsten Ausprägungen vorgestellt. Alkohol (ob Weine oder Spirituosen) in Kombination mit diversen Softdrink-Mixern wie Ginger Ale, Bitter Lemon, Tonic, Sirup oder Fruchtsaft ermöglicht Produktentwicklern, immer neue Geschmacks-Kombinationen zu finden und diese mit den Bedürfnissen der Konsumenten zu kombinieren.

„Die oftmals bunten Fertiggetränke können somit perfekt den in der Erlebnisgesellschaft stark verbreiteten Wunsch nach immer wieder neuen und spannenden Geschmackserlebnissen befriedigen“, betonen die Marktforscher von Mintel und legen dar: „Das größte Asset für den Anstoß zum Kauf ist offensichtlich der Geschmack.“ 64 Prozent mögen RTD-Getränke wegen ihres Lieblingsgeschmacks, 42 Prozent, weil sie gerne neue Geschmäcke ausprobieren, 39 Prozent bevorzugen eine bestimmte Alkoholart, und 38 Prozent nutzen die Spezialangebote im Supermarkt. 36 Prozent ziehen RTD wegen ihres niedrigen Preises vor, und 31 Prozent kaufen sie am liebsten aufgrund einer bekannten Marke. Daran habe sich bis heute wenig geändert, heißt es bei Mintel.

Und bei welchen Gelegenheiten greifen Konsumenten am liebsten zu den praktischen Fertig-Drinks? 54 Prozent wollen die Mix-Getränke unkompliziert zu jeder Zeit trinken, 50 Prozent zusammen mit anderen, 49 Prozent zu Hause, 43 Prozent bei einem Outdoor-Event, 42 Prozent im Sommer und 24 Prozent einfach zum Genießen. „Es wird erwartet, dass RTDs von 2019 bis 2024 Volumenzuwächse von plus 21,8 Prozent durchschnittliche jährliche Wachstumsrate verzeichnen werden“, rechnet der International Wine and Spirits Record (ISWR) vor.

Dabei sei man allerdings weit entfernt von den umstrittenen Alcopops der vergangenen Jahre. Der Trend geht eindeutig zu höherer Qualität bis hin zur Premiumisierung und einem „Better-for-me-Movement“.

Feiern und auf die Umwelt achten

Zum Trend Regionalität kommt der Aspekt „Zero Waste“ hinzu. Dekoration mit wieder­verwendbaren Materialien, Vermeidung von Plastikmüll durch das Ausleihen von Mehrweggeschirr oder das „Bring your own plate“-Motto werden wichtiger.

Viele Anbieter von Einweggeschirr setzen heute auf Rohstoffe wie Palmblätter, Zuckerrohr, Bambus, Holz oder biologisch abbaubaren Frischfaserkarton, wie beispielsweise Foogo Green, Love Nature, Waipur, Haago, Biodorf, Moritz & Moritz oder Ecocleo, eine Marke, die man bei Kaufland findet. Ein weiteres Beispiel: die essbaren Trinkhalme und Löffel aus Apfelfasern, die von Wisefood entwickelt wurden. Was als studentisches Projekt mit essbaren Halmen begann, hat sich seit Gründung der Wisefood GmbH 2017 inzwischen zu einem breiten essbaren oder kompostier- und vollständig abbaubaren Geschirrsortiment entwickelt, auch aus Palmblättern, das bei Aldi, Rewe, Edeka, Metro zu finden ist.

Auch das Dresdner Unternehmen Füllett bietet seit über 15 Jahren gebackene Schalen zum Aufessen als Alternative zum nicht verzehrbaren Einweggeschirr an. In einem eigens entwickelten Backverfahren wird der Teig beim Backen verdichtet, wodurch die Schalen eine glatte Oberfläche erhalten, die wie versiegelt wirkt und feuchtigkeitsbeständig ist. Die in bio-veganer Qualität aus einer Roggen- und Weizenmehlmischung, Rapsöl, Wasser sowie Salz gebackenen Fülletts halten problemlos heißen Flüssigkeiten stand und lassen sich nach dem Auslöffeln verzehren. Der Clou, so das Unternehmen: Das Geschirr lässt sich mit- und überbacken, wodurch die Schalen zum Bestandteil des Gerichts werden.

Apropos Grill: Zusatzinfos

Seit der „Erfindung“ der Essenszubereitung über offenem Feuer ist Grillen fast zur Wissenschaft avanciert. Obwohl es unzählige Grilltechniken, Methoden und Rezepte gibt, bleibt die ursprüngliche Idee bestehen: Mehr als ein Feuer und ein Stück Fleisch, Fisch oder Gemüse braucht es nicht.

Das typische amerikanische Barbecue wird oft mit BBQ abgekürzt und ist gleichzeitig ein Synonym für jede Art des Grillens.

Das ursprüngliche Barbecue stammt aus den Südstaaten der USA. Langsam gegartes Fleisch vom Schwein, Rind oder Truthahn mit Beilagen wie gegrilltem Mais und Kartoffeln aus der Glut stehen für den Inbegriff von Soul Food.

Eine besondere Art des Grillens ist das Smoken. Ursprünglich in Gruben mit Hickory-, Mesquite- oder Eichenholz entwickelt, wird diese traditionelle Methode heute meist von „Smokern“ abgelöst, womit sich der Aufwand deutlich verringert. Aufwendig marinierte Fleischstücke wie Brisket, Ribs und Co. werden bei dieser Grillweise für mehrere Stunden bei 100 bis 120 Grad gegart.

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