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FishInternational Fisch zieht Handel an

Dieter Druck | 07. September 2010

Die Besucherqualität war gut, die Ausstellerseite ausgedünnt. Nachhaltigkeit war das beherrschende Thema auf der FishInternational 2010.

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Anziehend war die 12. FishInternational in Bremen. In den Gängen und an den Ständen wurden die Einkäufer nahezu aller großen Handelsunternehmen gesichtet, und zeitweise waren die Hallen auch richtig gut gefüllt. Fisch ist ein Thema, bei dem keiner auf Handelsseite derzeit zurückstehen möchte. Hohe Besucherqualität und intensive Gespräche war denn auch der Tenor an den Ständen. Allerdings fehlten zu den Vorjahren rund 300 Aussteller und mit 9.300 Besuchern wurde nicht das Wunschergebnis erfüllt. Der Rückzug von Metro und Deutsche See hat Lücken gerissen, die nicht zu füllen waren. Das prägte die Optik – übersichtlich. Es war aus Einkäufersicht kein Abbild der Branche, was in Bremen anzutreffen war, zumindest wenn man das Ganze durch die Brille des LEH sieht.

Ins Auge stachen in diesem Umfeld die Sonderschau Fischfachhandel, federführend initiiert von Renate Meiche, Vertriebsspartenleiterin Fisch bei der Edeka-Minden-Hannover. Thekenbauer Schich, Bizerba, HDE, Feinkostanbieter Grossmann und Die Räucherei aus Klein Meckelsen waren u. a auf dieser Fläche vertreten. Die Räucherei zeigte hochwertige Räucherwaren für die anspruchsvolle Theke und confierte Garnelen. Dafür werden überwiegend Wildfänge langsam in aromatisierten Ölen gegart. Ebenfalls zu sehen war eine voll bewegliche Fischabteilung für den flexiblen Einsatz im Markt.

Den größten Besucherandrang verzeichnete die neufirmierte TransGourmet Seafood GmbH (Tochter des Rewe-Großverbraucher Service) auf insgesamt 400 qm Standfläche. Geschäftsführer Ralf Forner bestätigt die Besucherqualität, „allerdings wünschen wir uns für das nächste Mal, dass die anderen großen Unternehmen wieder vor Ort sind.“

Nachhaltigkeit in ihren unterschiedlichsten Facetten war das übergreifende Messethema. Es wird von Hersteller- und Handelsseite forciert. Der Fachverband „Der Fischfachhandel“ im BVL hat Empfehlungen an seine Mitglieder herausgegeben, um hier den Nachhaltigkeitsansatz zu verstärken. Transgourmet kommuniziert über ein eigenes Siegel Qualität und Nachhaltigkeit für tiefgekühlte- und Frischfisch-Produkte.

Darüber hinaus scheint Frischfisch in Selbstbedienung thematisch wiederbelebt zu werden. Der Verkaufstest von Netto ist nur ein Beispiel für derzeit vor allem vom Discount getriebene SB-Aktivitäten im In- und angrenzenden Ausland. Auch TransGourmet arbeitet neben anderen Anbietern in diese Richtung.
Fisch ist ein Thema, das eine Plattform in Deutschland braucht. Die FishInternational kann sie bieten. Sie wird nie eine Mega-Messe werden. Es wäre jedoch wünschenswert, dass die Veranstaltung, getragen vom Handelsinteresse am Fisch, wieder mehr Aussteller anzieht und so die Branche breiter abgebildet wird.