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Verpackung Runde Sache

Susanne Klopsch | 06. Mai 2011
Verpackung: Runde Sache

Bildquelle: fotolia

Geschlossene Wertstoff-Kreisläufe sind das Ziel derer, die sich mit dem Thema Verpackung befassen.

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Grün ist nicht nur politisch angesagt. Grün ist auch ein wichtiges Stichwort beim Thema Verpackung. Denn Grün bedeutet Nachhaltigkeit. Grün steht für Recycling. Grün steht für biologisch abbaubar. Attribute, die für Verpackungen immer wichtiger werden. Immer wichtiger werden auch geschlossene Wertstoff-Kreisläufe: Wertstoffe werden gesammelt, ressourcenschonend wieder aufbereitet und für die Herstellung eines neuen Produktes verwendet. Bei biologisch-abbaubaren Stoffen rückt derweil die Kompostierbarkeit in den Hintergrund: Angestrebt werden auch hier geschlossene Kreisläufe.

Ende März kündigte Danone an, für die Joghurts der Activia-Range auf eine Verpackung auf Basis des Biokunststoffes PLA (Polymilchsäure) umzustellen. Die Umstellung betrifft 80 Prozent des Gesamtvolumens des Activia-Sortiments. Das schone fossile Ressourcen (Erdöl) und der Becher habe eine um 25 Prozent bessere Klimabilanz als sein Vorgänger. Dieser wurde gemeinsam mit Partner World Wide Fund for Nature (WWF) entwickelt und trägt neben dem WWF-Logo den Zusatz „Partner für umweltfreundlichere Verpackung". Der für die PLA-Herstellung verwendete Mais soll aus nachhaltigem Anbau stammen. Dafür lassen ihn die Franzosen nach dem vom WWF unterstützten ISCC-Standard (International Sustainability and Carbon Certification) zertifizieren. Das Siegel garantiert die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien bei der Produktion. Der Becherdeckel wird aus Papier-PET gefertigt, Banderole und Papierummantelung aus Recycling-Papier bzw. FSC-zertifiziertem Material.

Doch das wirklich Neue ist die Absicht des Mopro-Multis, mittelfristig einen neuen, geschlossenen Wertstoffkreislauf zu initiieren: „Unser Ziel ist, für PLA mittelfristig entweder auf landwirtschaftliche Reststoffe zurückzugreifen oder PLA-Verpackungen wieder zu PLA zu recyceln", sagt Andreas Ostermayr, Geschäftsführer Danone Deutschland und Schweiz. Galt die Kompostierbarkeit des biologisch-abbaubaren Wertstoffes bislang als ein wesentlicher Beitrag zur Umweltfreundlichkeit, ist die Schaffung eines Wertstoffkreislaufes sehr viel komplexer, würde aber auch die Tank-oder-Teller-Diskussion entscheidend entschärfen: Für die Herstellung von PLA würde dann idealerweise keine zur Produktion von Lebensmitteln dienende Ackerfläche verbraucht bzw. nur pflanzliche Reststoffe genutzt werden, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.

Rutenhirse, Pinienrinde, Maishülsen, aber auch Orangen-, Kartoffelschalen oder Haferspelzen als „Abfallprodukte" der verarbeitenden Industrie: Sie sind bzw. werden künftig die Basis sein für die recycelbare, zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehende PET-Flasche von PepsiCo. 2012 wollen die US-Amerikaner mit der Produktion der Flasche beginnen, die nicht nur so aussehe wie eine herkömmliche PET-Flasche, sondern sich auch so anfühle und auch den Inhalt genauso gut schütze. Das allerdings mit einem erheblich niedrigeren CO2-Fußabdruck. Konkurrent Coca-Cola ist bereits seit 2009 mit der Plant Bottle (bis zu 30 Prozent aus Zuckerrohr) auf neun Märkten vertreten. Im Februar 2011 verkündeten Coca-Cola und Ketchup-Hersteller Heinz eine strategische Partnerschaft: In den USA will Heinz ab Sommer 120 Mio. Ketchup-Flaschen (20 ounce, 600 g) als Plant Bottles anbieten.