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WPR Das hat sich gewaschen

Sabine Wygas | 22. September 2017
WPR: Das hat sich gewaschen

Bildquelle: Carsten Hoppen

Nachhaltigkeit ist bei Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln (WPR) ein großes Thema, bei dem sich die Hersteller einiges einfallen lassen – ob beim Inhalt, bei der Verpackung, der Herstellung oder über Projekte.

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So setzt das Unternehmen Werner & Mertz (Frosch) mit Sitz in Mainz nicht nur auf pflanzlich basierte Inhaltstoffe in den Frosch-Produkten, sondern hat mit seiner 2012 gegründeten Recyclat-Initiative (in Kooperation mit Duales System Deutschland, Naturschutzbund Deutschland, Alpla, Unisensor und der Rewe Group) auch die ressourcenschonende Herstellung seiner Verpackungen im Fokus.

Das Konzept: Aus Müll entsteht neues Verpackungsmaterial, um Rohstoffe, in diesem Fall Mineralöl, zu sparen. Dazu wird aus den Verpackungsabfällen ein Polyprophylengranulat, ein thermoplastischer Kunststoff, gefertigt, der dann weiterverarbeitet werden kann.

„Im Rahmen der Recyclat-Initiative haben wir gemeinsam mit unseren Partnern Klappscharnierverschlüsse aus 100 Prozent Polypropylen aus der Quelle ,Gelber Sack‘ entwickelt, für die wir nun den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie ,Neues Material‘ erhalten. Die Verschlüsse werden bereits bei unserem Frosch-Zitronenreiniger serienmäßig eingesetzt.“, sagt Immo Sander, Leiter Verpackungsentwicklung Werner & Mertz. „Wir arbeiten daran, künftig die Deckel aller Flaschen vom Frosch aus 100 Prozent Recyclat aus dem Gelben Sack zu realisieren.“


Jetzt arbeite das Unternehmen (gemeinsam mit Siegwerk Druckfarben und EPEA Switzerland) im Rahmen seiner Recyclat-Initiative sogar daran, nachhaltige UV-Farben für die Etiketten auf den Verpackungen herzustellen. Erste Andrucktests seien erfolgreich verlaufen.

„Neben der Verpackungsentwicklung, bei der wir in diesem Jahr weitere neue Ziele erreicht haben, steht die Entwicklungsarbeit im Bereich ,Heimische Tenside‘ im Fokus. In unseren Produkten verwenden wir bereits Tenside auf Basis von Sonnenblumen sowie Raps- und Leinöl“, so Edgar Endlein, Leiter Produktentwicklung „Consumer Products“ bei Werner & Mertz. Die Rohstoffe stammten aus heimischem Anbau und seien für den Lebensmittelverkehr nicht geeignet. Endlein: „Das bedeutet nicht nur kürzere Transportwege für die Rohstoffe, sondern wir vermeiden so auch, dass der Regenwald für weitere Anbauflächen von Ölpflanzen gerodet wird.

Spagat zwischen Wirksamkeit und Umweltschutz
Auch der Firma Henkel (unter anderem Persil, Pril) mit Sitz in Düsseldorf-Holthausen ist es wichtig, Ressourcen zu schonen, und das in vielfältiger Hinsicht. „Viele Verpackungen aus dem Laundry-&-Home-Care-Sortiment bestehen aus erneuerbaren und wiederverwendeten Materialien“, erklärt Stephan Füsti-Molnár, General Manager Henkel Wasch- und Reinigungsmittel. „Um das Abfallaufkommen zu senken, arbeiten die Verpackungsentwickler kontinuierlich an intelligenten Verpackungslösungen – bei kleinstmöglichem Materialeinsatz und mit Materialien, für die öffentliche Recyclingsysteme bestehen.“

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Teil der Nachhaltigkeitsinitiative „Together for Sustainability“ und unterstützt die Entwicklung einer nachhaltigen Palmölindustrie. Seit 2008 sei Henkel offizielles Mitglied des RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) und setzte sich gezielt für Kleinbauern und lokale Initiativen in Anbauländern ein. Langfristig wolle man den Markt so verändern, dass nur nachhaltig und sozialverträglich produziertes Palm- und Palmkernöl verfügbar sei.

Das Eco-Segment habe eine hohe Verbraucherrelevanz. So habe die Einführung von Pril Pro Nature Sensitive im Juli 2016 zu einer weiteren Beschleunigung des Wachstums, zum Beispiel im Handgeschirrspülmittelmarkt geführt. Solche Produkte kommen laut dem Unternehmen bei der jüngeren Zielgruppen gut an.

„Die Verbraucher wünschen sich Produkte, die möglichst umweltfreundlich sind und gleichzeitig eine hohe Wirksamkeit haben. Mit neuen Produkten wie Sidolin Pro Nature Sensitive mit 99,9 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen oder Pril Pro Nature Sensitive schaffen wir eine Kombination aus guter Umweltverträglichkeit, hoher Hautschonung und streifenfreien Glanz beziehungsweise hoher Fettlösekraft“, erklärt Rainer Bock, Director Category Management & Trade Marketing (Thema Sortimentsentwicklung) bei Henkel.

Umweltbewusste Kunden haben besondere Ansprüche. Auf die besonderen Bedürfnisse umweltbewusster Konsumenten ist auch das neue Essential-Sortiment der belgischen Firma Ecover, die ökologische Wasch- und Reinigungsmittel herstellt, abgestimmt. Es soll ab diesem Herbst ausschließlich im Bio-Fachhandel erhältlich sein, so Jim Castelein, General Manager Ecover Deutschland.

„Diese Kunden suchen nach Reinigungsmitteln, die hervorragend reinigen, höchste ökologische Standards erfüllen und mildere Duftstoffe enthalten.“ Das Produkt sei Ecocert-zertifiziert.(Ecocert ist eine der größten Bio-Zertifizierungsorganisationen weltweit). „Es war uns sehr wichtig, die strengen Nachhaltigeitsstandards von Ecocert zu erfüllent und in vielen Fällen sogar zu übertreffen“, so Castelein.

Das belgische Unternehmen arbeite derzeit daran, den Vertrieb neuer konzentrierter Waschmittel und eines neuen Weichspülers voranzutreiben. Beim Colour-Waschmittel Apfelblüte & Freesie und dem Universalwaschmittel Hibiskus & Jasmin sinke die Dosierung (im Vergleich zum bisherigen Flüssigwaschmittel Lavendel) pro Ladung Wäsche von 100 auf 50 ml. „So können pro Waschladung 60 Prozent Wasser und 45 Prozent Plastikverpackung eingespart werden, sowie Kohlenstoffdioxid, CO2, durch weniger Transporte“, erläutert Castelein. „Zusätzlich wird die Seife in diesen Produkten nur aus Sonnenblumenöl hergestellt anstatt aus tropischen Ölen.“