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Teigwaren Convenience als Lichtblick

| 06. Dezember 2010

Der Markt für Teigwaren, Reis und Kartoffelprodukten ist rückläufig. Convenience bietet jedoch neue Wachstumschancen.

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„Der Beilagenmarkt kann kaum mehr wachsen, denn es wird weniger traditionell gekocht und dem entsprechend weniger häufig Beilagen gekauft", sagt Tore Heinlein, Experte im Bereich Teigwaren, Reis und Kartoffelprodukte bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Ab- und Umsatzzahlen des Beilagenmarktes bestätigen diese Einschätzung. Laut GfK Consumerscan ist der Absatz von Teigwaren von Oktober 2009 bis September 2010 leicht zurückgegangen (minus 1,2 Prozent), der Umsatz büßte in diesem Jahr 3,2 Prozent ein. Bei der Warengruppe der ungekühlten Teigwaren ging der Umsatz bei einer Absatzmenge von minus 2,2 Prozent um 5,9 Prozent zurück. Negativ-Entwicklungen gibt es nicht nur bei Teigwaren, auch Reis und Kartoffelprodukte verlieren. Der Beilagenmarkt ändere sich nicht dramatisch, resümiert Heinlein, denn die Absatzzahlen zeigten keinen großen Einbruch. Minuswerte von 0,2 und 7,8 Prozent in den unterschiedlichen Kategorien im rollierenden Absatzjahr seien eher Zeugen einer allmählichen Erosion.

Den Beilagenmarkt entscheiden vornehmlich die Handelsmarken. So verkauft der LEH seit Jahren das Gros der Menge als Private Label, besonders Reis ist mit über 75 Prozent in der Menge und über 50 Prozent des Umsatzes im Beilagensegment ein typisches Handelsmarkenprodukt. Doch auch hier sind besonders in den Segmenten Teigwaren und Reis die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um wenige Prozentpunkte rückläufig. In der Warengruppe Express Reis fiel der Umsatz sogar innerhalb von zwei Jahren fast 7,5 Prozentpunkte. „Das Geschäft mit den Handelsmarken ist sehr kurzfristig. Besonders Aktionen von Aldi hätten große Auswirkungen auf den Markt", berichtet Heinlein. Die Markenhersteller positionieren sich gegenüber den dominierenden Handelsmarken mit neuen Konzepten und Produkten. So könnte das Geschäft mit dem Express-Reis der Marke „Reis-Fit" von Euryza wieder mehr Schwung bekommen und zudem die Marken wieder vorantreiben.

Convenience wird zudem im Beilagenbereich immer wichtiger. Gekühlte Teigwaren werden vom Verbraucher weiterhin gut gekauft, sodass das Segment auch in diesem Jahr im Absatz (4,7 Prozent) und im Umsatz (4,3 Prozent) wachsen konnte. Im gesamten Teigwarenmarkt hält die Kategorie mittlerweile einen Marktanteil von 28,8 Prozent gegenüber 26,7 Prozent im Vorjahr.

Große Preisbewegungen lassen sich besonders in den Segmenten Reis und Kartoffelprodukte feststellen. Im Gesamt-Reissegment fiel der Umsatz 2010 drastisch nach unten (minus 13,7 Prozent) – bei Kartoffelprodukten hingegen ist der Umsatz trotz Absatzrückgang um 1,5 Prozent gestiegen. Dies lässt sich darauf zurück führen, dass die Preise von Reis und Frischkartoffeln sehr ernteabhängig sind. Beim Reis z.B. war die Ernte 2009 sehr schlecht und das Produkt dementsprechend teuer. 2010 war Reis billiger, daher der Preisverfall. Eine schlechte Kartoffelernte hingegen beeinflusste die Preise in diesem Jahr. Die Frischkartoffeln wurden teurer und ihre Optik lud nicht sehr zum Kauf ein. Daher stieg der Umsatz um 3 Prozent, obwohl der Absatz leicht fiel (minus 1,7 Prozent). Gut liefen außerdem gekühlte Kartoffelprodukte und gekühlte Klöße sowie Kloßteig. Hier möchte nun Pfanni mit seinen im September eingeführten gekühlten Kartoffelprodukten profitieren. Möglicherweise steckt doch noch Entwicklungspotenzial im Markt. Neueste Zahlen belegen, dass der Deutsche nach wie vor gerne Beilagen isst. Rund 7,7 kg Nudeln wurden in 2009 pro Kopf konsumiert. Immerhin der höchste Wert in den letzten zehn Jahren.