Der kanadische Konzern McCain stoppt die geplante Ansiedlung einer Pommes-Fabrik am Mittellandkanal im Landkreis Peine. Das Unternehmen teilte mit, die geplante Investition in ihrer derzeitigen Form zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen. Zuvor hatte McCain das Projekt einer umfassenden Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Tragfähigkeit unterzogen.
Die Entscheidung spiegele die aktuellen Marktbedingungen in Europa wider, erklärte der Konzern. Dazu zählten ein erheblicher Anstieg der Projektkosten infolge der Inflation, Überkapazitäten bei verarbeiteten Kartoffelprodukten sowie eine schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten.
Das Projekt hatte in der Region Hoffnung auf eine Milliardeninvestition und die Schaffung von Hunderten Arbeitsplätzen auf dem ehemaligen Kohlehafen des Kohlekraftwerks in Mehrum geweckt. Kritiker hatten vor einer hohen Verkehrsbelastung gewarnt.
Niedersachsen bedauert Entscheidung
Die niedersächsische Landesregierung bezeichnete es als sehr bedauerlich, dass das geplante Investitionsvorhaben in Mehrum im bisherigen Umfang nicht weiterverfolgt werde. Das Projekt sei lange intensiv begleitet und unterstützt worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Land und Bund hatten sich den Angaben zufolge gemeinsam mit kommunalen Partnern für die Ansiedlung eingesetzt.
Das Land habe bei der Einwerbung von Bundesfördermitteln in erheblicher Größenordnung von etwa 50 Millionen Euro unterstützt, auch das Engagement des Bundesfinanzministeriums sei erheblich gewesen, erklärte das Ministerium. Darüber hinaus habe das Land eigene Fördermöglichkeiten von rund zehn Millionen Euro mobilisiert, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts zu schaffen. Der Standort Mehrum biete aus Sicht des Ministeriums weiterhin sehr gute Voraussetzungen für eine industrielle Ansiedlung dieser Art.