Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer rechnet mit einer historischen Missernte. In besonders stark betroffenen Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Franken droht einigen Anbauern sogar ein Totalausfall. Dies teilte der Verband mit Sitz im unterfränkischen Ochsenfurt mit.
Die Rüben litten in diesem Jahr unter Trockenheit, Hitze und Krankheiten wie Stolbur. Der Trockenstress schwäche die Widerstandskraft der Pflanzen gegen die Erreger, erklärte der Verband. Durch die Krankheiten entwickelten die Rüben eine gummiartige Konsistenz, wodurch deutlich weniger Zucker extrahierbar sei.
Der Regen der vergangenen Tage komme viel zu spät und sei sogar misslich, so die Einschätzung des Verbands. „Die Rüben werden diesen Regen dann allein für ihre Regeneration nutzen und den bereits gebildeten Zucker zum Wachstum neuer Blätter verwenden“, hieß es in der Mitteilung. Selbst ergiebige Niederschläge könnten die erwarteten Ernteverluste in den kommenden Wochen nicht mehr ausgleichen.
Verband spricht von bitterem Rübenjahr
„2026 droht als eines der schwierigsten und bittersten Rübenjahre in die Geschichte des süddeutschen Zuckerrübenanbaus einzugehen“, zitierte der Verband seinen Vorsitzenden Stefan Streng. „Selbst steigende Zuckerpreise können die Verluste nicht mehr ausgleichen.“
Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer ist nach eigenen Angaben die Dachorganisation von sieben regionalen Verbänden und spricht für knapp 10.000 Rübenanbauer. Diese bauen demnach auf rund 100.000 Hektar Zuckerrüben an und beliefern sieben Fabriken. Das Gebiet erstreckt sich über die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen sowie über Teile Nordrhein-Westfalens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs.