Das Image des Herings verbessern, das ist das Ziel einer Kooperation in der Fischwirtschaft, für die sich mehrere Mitbewerber zusammengeschlossen haben. Die vor einem halben Jahr gestartete Kampagne der Kooperation mit dem Titel „Unser Hering“ wird von Bremerhaven aus gesteuert. Darum kümmert sich die Marketingagentur 21Havn mit den Geschäftsführern Marvin Forner und Torge Wichern.
Rezepte und Informationen zum Gesundheitscharakter des Herings finden sich im Internet. Zusätzlich zeigen die Kooperationspartner auf Veranstaltungen Präsenz, wie jüngst auf der zweitägigen Fischparty in Bremerhaven oder bei der Fachmesse Fish International in Bremen.
Eine Besonderheit der zeitlich unbegrenzten Kampagne: Gemeinsame Sache machen die drei Heringsproduzenten Nermerich aus Cuxhaven, Fokken & Müller aus Emden und Friesenkrone aus Marne in Schleswig-Holstein, die sonst am Markt Wettbewerber sind. Projektpartner ist der Norwegian Seafood Council (NSC), die offizielle Marketing- und Marktentwicklungsorganisation Norwegens für Fisch und Meeresfrüchte.
Das Pro-Hering-Bündnis geht auf einen Austausch der NSC-Deutschland-Direktorin Christine Iversen mit Ralf Forner zurück, dem ehemaligen Geschäftsleiter von Transgourmet Seafood in Bremerhaven.
Ziel: Jüngere Zielgruppen erreichen
„Über die treue Stammkundschaft hinaus“, erläutert Marvin Forner, „wollen wir vor allem jüngere, ernährungsbewusste und auf Nachhaltigkeit bedachte Zielgruppen erreichen und zeigen, dass Hering weit mehr ist als das klassische Matjesbrötchen – von Bowls über Tacos bis Sushi.“ Am Ende sollen nicht nur die Mitglieder der Kooperation profitieren, sondern die gesamte Branche, indem von den Produzenten bis zum Handel entlang der Wertschöpfungskette die Nachfrage stärker ausfällt.
Christine Iversen fügt hinzu: „Wir möchten dem Hering die Bühne geben, die er verdient. Er ist gesund, nachhaltig, lecker – und es ist Zeit, ihn neu zu entdecken.“ Ein weiterer Pluspunkt: Hering sei deutlich preiswerter als viele andere Fischarten.
Dreharbeiten geplant
Ein halbes Jahr nach dem Beginn der Kooperation und dem Startschuss für die Kampagne zieht Marvin Forner eine positive Zwischenbilanz. In den sozialen Medien seien rund 500.000 Kontaktpunkte und etwa 150.000 Beitragsinteraktionen erzielt worden. Parallel entstand Forner zufolge auf Facebook, Instagram, Tiktok und LinkedIn eine organische Community von rund 2.000 Followern – „und das von Grund auf und mit vergleichsweise schlankem Budget“. Als Nächstes geplant sind Dreharbeiten bei Fokken & Müller sowie im Fischkochstudio in Bremerhaven, die speziell jungen Menschen den Hering nahebringen sollen.