Beschwerde eingelegt Vollcorner will Tegut-Übernahme durch Edeka verhindern

Die Übernahme eines Großteils der Tegut-Filialen durch Edeka ruft Widerstand hervor. Der Münchner Biohändler Vollcorner hat gegen die Freigabe des Deals durch das Bundeskartellamt juristische Schritte ergriffen. 

Montag, 12. Oktober 2026, 15:39 Uhr
Manuel Glasfort
Die Marke Tegut wird vom Markt verschwinden. Bildquelle: Tegut/Ben Pakalski

Durfte das Bundeskartellamt der Edeka gestatten, Filialen und weitere Vermögenswerte von Tegut von der Migros zu übernehmen? Mit dieser Frage wird sich das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf auseinandersetzen müssen, nachdem der Münchner Biohändler Vollcorner dort Beschwerde gegen den Entscheid der Bonner Kartellwächter eingelegt hat. Einen entsprechenden Bericht der „Lebensmittel-Zeitung“ bestätigten das Bundeskartellamt wie auch das OLG Düsseldorf auf Anfrage der Lebensmittel Praxis. Die beiden Inhaber und Geschäftsführer von Vollcorner, Paul Pfaff und Stefan Berktold, stören sich dem Bericht zufolge besonders an der Übernahme der Münchner Tegut-Standorte.

Das Bundeskartellamt hatte dem Deal zwischen Edeka und der bisherigen Tegut-Eignerin Migros erst vor rund zwei Wochen zugestimmt, der Edeka dabei aber die Übernahme von zwei Dutzend Standorten untersagt. Die Wettbewerbshüter fürchteten einen zu hohen Marktanteil in einigen Regionen. Zu dem genehmigten Paket zählen neben den 178 Tegut-Filialen auch 41 Teo-Smartstores, die Tegut-Zentrale in Fulda sowie die Bäckerei Herzberger und ein Logistikzentrum in Michelsrombach.

Auch andere deutsche Handelsketten wollen ihr Filialnetz um Tegut-Märkte erweitern. Die Kette Tante Enso erhielt im Juni bereits die Freigabe für 36 Supermärkte. Auch Rewe möchte bis zu 40 Filialen übernehmen. Die Entscheidung steht noch aus. Auch in diesem Verfahren hatte das Kartellamt wettbewerbliche Bedenken geäußert. Rewe legte daraufhin ein Zusagenangebot vor, um diese auszuräumen. Die Prüffrist für das Verfahren wurde bis Ende Oktober verlängert. 

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern vertreten, die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros beschäftigt Tegut knapp 7500 Menschen. Die Marke soll aufgegeben werden.

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