Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch Edeka genehmigt. Dies teilte die Behörde in Bonn mit. Ursprünglich wollte Edeka 202 der rund 300 Supermärkte der Kette erwerben, musste das Vorhaben jedoch nach Einwänden der Wettbewerbshüter reduzieren.
Die Schweizer Genossenschaft Migros hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Das Bundeskartellamt äußerte jedoch Bedenken gegen die ursprünglich geplante Übernahme. Die Behörde befürchtete, dass Edekas Marktanteil in einigen Regionen zu hoch werden und dadurch ein wirksamer Wettbewerb behindert werden könnte. Deshalb lehnte sie eine Übernahme in der geplanten Form ab.
Edeka verpflichtete sich daraufhin, 24 der vorgesehenen 202 Tegut-Standorte für einen Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben. „Damit verhindern wir, dass es in den betroffenen Regionen durch die Übernahme zu Verschlechterungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher kommt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Zum Übernahmepaket gehören auch das Tegut-Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger sowie die 41 personallosen Minimärkte der Marke Teo.
Kartellamt prüft Konzentration im Lebensmittelhandel
Das Bundeskartellamt untersucht die geplante Übernahme nach eigenen Angaben seit März intensiv. Hintergrund sind die Wettbewerbsverhältnisse und eine zunehmende Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Behörde zufolge vereinten Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe sowie Aldi im Jahr 2025 zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze auf sich. Eine einzelmarktübergreifende kollektive Marktbeherrschung der führenden Unternehmen habe sich jedoch nicht feststellen lassen, teilte das Kartellamt mit.
Auch andere deutsche Handelsketten wollen ihr Filialnetz um Tegut-Märkte erweitern. Die Kette Tante Enso erhielt im Juni bereits die Freigabe für 36 Supermärkte. Auch Rewe möchte bis zu 40 Filialen übernehmen. Die Entscheidung steht noch aus. Auch in diesem Verfahren hatte das Kartellamt wettbewerbliche Bedenken geäußert. Rewe legte daraufhin ein Zusagenangebot vor, um diese auszuräumen. Die Prüffrist für das Verfahren wurde bis Ende Oktober verlängert. Was aus den übrigen Tegut-Filialen wird, ist noch unklar.
Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern vertreten, die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros beschäftigt Tegut knapp 7500 Menschen. Die Marke soll aufgegeben werden.
