Zwei Jahre nach dem Start des europäischen Bezahldienstes Wero kennen die meisten Deutschen dieses Angebot nicht. Nur 39 Prozent der Erwachsenen konnten in einer repräsentativen Umfrage korrekt zuordnen, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt. Das ergab im Juli eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Innofact unter 1.002 Befragten. Auftraggeber war das Vergleichsportal Verivox.
Mehrheit zweifelt an Wero-Erfolg
Knapp ein Drittel der Befragten gab demnach an, noch nie von Wero gehört zu haben. Weitere 23 Prozent kannten zwar den Namen, wussten aber nicht, was sich dahinter verbirgt. 7 Prozent ordneten Wero falsch zu – etwa als App zum Währungshandel oder als Debit-Kreditkarte aus Holz. Selbst unter denjenigen, die wussten, worum es sich handelt, hatten laut der Umfrage knapp zwei Drittel den Dienst noch nie ausprobiert. Eine Mehrheit von fast 58 Prozent aller Befragten bezweifelte, dass Wero zum beliebtesten Bezahldienst Europas werden kann.
Hinter Wero steht die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern, der Europa beim Bezahlen unabhängiger von US-Anbietern wie Paypal machen will. Seit Anfang Juli 2024 bietet der Dienst vor allem mobile Geldzahlungen von Person zu Person an. Inzwischen lässt sich Wero nach Angaben der Initiative auch bei etlichen Händlern beim Online-Einkauf nutzen – ähnlich wie Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay oder Paypal.
Nutzerzahlen weit hinter Paypal
Die Nutzerzahlen liegen allerdings weit hinter dem US-Konkurrenten zurück. Nach jüngsten Angaben der European Payments Initiative zählt Wero 57 Millionen registrierte Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland, davon neun Millionen in Deutschland. Paypal kommt nach eigenen Angaben allein in Deutschland auf 35 Millionen aktive Kundenkonten. „Echten Mehrwert bietet der Zahlungsdienst erst, wenn Verbraucher ganz selbstverständlich nahezu überall und möglichst sowohl online wie auch offline an der Ladenkasse mit Wero bezahlen können“, sagte Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier.
An der Ausweitung in weitere europäische Länder arbeitet die Initiative dennoch: In den Niederlanden läuft laut der European Payments Initiative der Übergang vom dortigen Online-Bezahlsystem iDeal zu Wero. In Luxemburg soll Wero ab dem 1. September den Dienst Payconiq schrittweise ersetzen. Für 2027 ist der Start in Österreich geplant.