Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen widerspricht dem Handelsverband Deutschland (HDE), der sich angesichts der Niedrigwasser-Problematik auf deutschen Wasserstraßen für eine Dauerzulassung überlanger Lastwagen einsetzt.
„Angesichts der Gütermengen, die bei Niedrigwasser von der Binnenschifffahrt verlagert werden müssen, lösen solche Maßnahmen die strukturellen Probleme im Güterverkehr nicht“, unterstrich VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Denn: „Sie schaffen keine nachhaltige Antwort auf die wachsenden Anforderungen an ein krisenfestes und klimafreundliches Transportsystem.“
Auch die Straßen seien überlastet und kämen an bauliche Grenzen. Mehr Lastwagen mit mehr Transportgut verschärften das Problem von bereits sanierungsbedürftigen Brücken und Straßen, so Wolff.
Terminals sind zentrale Schnittstellen
Die Schiene sei in der Lage, große und schwere Gütermengen zuverlässig zu transportieren – auch und gerade im Zusammenspiel mit Binnenschifffahrt und Straßengüterverkehr im sogenannten kombinierten Verkehr. Damit dies aber dauerhaft sichergestellt werden könne, müssten Terminals ausgebaut, Kapazitäten gestärkt und die Infrastruktur modernisiert werden.
Wolff erläuterte: „Terminals sind zentrale Schnittstellen für die Verlagerung von Gütern zwischen den Verkehrsträgern. Wenn mehr Transporte flexibel und effizient auf die Schiene gebracht werden sollen, müssen diese Anlagen schneller geplant, ausreichend gefördert und bedarfsgerecht ausgebaut werden.“
Großer Handlungsbedarf beim kombinierten Verkehr
Besonders beim kombinierten Verkehr zeigt sich nach VDV-Auffassung jedoch erheblicher Handlungsbedarf, der sich zuletzt noch verstärkte. Wolff kritisiert: „Dem hohen Förderbedarf von über 600 Millionen Euro, die sich aus den Anträgen zur KV-Förderung des Bundes 2025 ergeben, steht in der aktuellen Haushaltsplanung des Bundes für 2026 nur ein Mittelansatz von 90 Millionen Euro gegenüber. Für 2027 sind sogar nur noch 73 Millionen Euro geplant. Hier muss schnellstmöglich gegengesteuert werden.“