Niedrigwasser Handelsverband fordert Dauer-Go für Lang-Lastwagen

Angesichts der niedrigen Pegelstände am Rhein und an anderen Flüssen in Deutschland ruft der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bundesregierung dazu auf, Alternativen für die Logistik zu ermöglichen. Dabei geht es dem Verband um eine dauerhafte Zulassung von Lang-Lastwagen mit erhöhter Ladekapazität.

Dienstag, 11. August 2026, 11:53 Uhr
Thomas Klaus
In anderen europäischen Ländern wie Schweden, Finnland und den Niederlanden sind Lang-Lkw vollkommen etabliert. Bildquelle: Getty Images

Derzeit wird die Änderung der Verordnung zu Lang-Lastwagen mit einer abermals nur befristeten Genehmigung verhandelt. Das reicht dem HDE nicht. Er fordert eine dauerhafte Zulassung von Lang-Lkw, die in der Lage sind, deutlich mehr Ladung als ein gewöhnlicher Lastwagen zu transportieren.

Genth: Alle Möglichkeiten ausschöpfen

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth erläutert: „Der Einzelhandel ist auf eine funktionierende Logistik im ganzen Land angewiesen. Zwar werden nur sehr wenige Güter, die für den Einzelhandel bestimmt sind, per Schiff transportiert. Bei Ausweichbewegungen von Schiffen hin zu Lkw und Bahn können aber Engpässe entstehen, die dann auch der Einzelhandel zu spüren bekommt. Wenn man dann noch den seit Jahren akuten Lkw-Fahrermangel sieht, wird klar, dass derzeit alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollten.“

Deshalb sei es jetzt höchste Zeit, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Lang-Lastwagen endlich dauerhaft zulasse und das für Lang-Lastwagen zulässige Verkehrsnetz ausgebaut werde. Lang-Lkw – auch Gigaliner genannt – erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 25,25 Metern und sind damit mindestens 6,50 Meter länger als gewöhnliche Lkw. Sie unterliegen der gleichen Gewichtsbegrenzung von 40 Tonnen. Lediglich beim kombinierten Verkehr, also bei Vor- und Nachlauf per Zug oder Schiff, gilt ein Gewichtslimit von 44 Tonnen.

Auch weniger CO₂-Ausstoß

Zwei längere Einheiten des sogenannten Lang-Lkw können nach Darstellung des HDE bis zu drei konventionelle Lkw-Einheiten ersetzen und somit auch den Energie- und Personaleinsatz senken sowie den CO₂-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduzieren. 

Die Lang-Lkw verkehren laut HDE ausschließlich auf Fernverkehrsstraßen und behindern damit in keinster Weise den städtischen Verkehr. Die Waren werden dann aus großen Logistikzentren heraus mit kleineren Lkw oder Pkw weiter verteilt.

Der HDE fordert bei der zeitlich befristeten Sondergenehmigung für Lang-Lkw einen Übergang in den Regelbetrieb: „Die Unternehmen brauchen Planungs- und damit Investitionssicherheit. Der jahrelange Versuchsbetrieb hat gezeigt: Der Lang-Lkw funktioniert und entlastet den Verkehr. Die Unternehmen können den Betrieb mit Lang-Lkw nur dann weiter ausbauen, wenn sie sicher sein können, dass sie diese Fahrzeuge auch dauerhaft nutzen dürfen. Dass wir dieses Verkehrsmittel brauchen, macht die aktuelle Situation deutlich.“

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