Der Handelsverband Deutschland befürchtet ein „großes Durcheinander“ im europäischen Binnenmarkt durch die neue EU-Verpackungsverordnung, die seit Mittwoch dieser Woche gilt. Zwar unterstütze der Verband die Ziele der Verordnung, betonte der HDE. In der Praxis drohe jedoch eine unverhältnismäßige Belastung für Unternehmen.
Gerstein warnt vor unverhältnismäßiger Belastung
Kern der Kritik: Wer in mehrere EU-Mitgliedsländer verkaufen will, muss sich dort künftig jeweils einzeln registrieren und einen Bevollmächtigten benennen. Antje Gerstein, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit beim HDE, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Verordnung dürfe nicht dazu führen, „dass Unternehmen durch unterschiedliche Registrierungs-, Melde- und Bevollmächtigtenpflichten in den einzelnen Mitgliedstaaten unverhältnismäßig belastet werden.“
EU-Kommission soll zügig nachbessern
Gerstein verwies darauf, dass die Verordnung in zahlreichen Mitgliedstaaten noch weit von einer nationalen Umsetzung entfernt sei. Deshalb habe der HDE bereits vor Monaten eine Verschiebung gefordert. „Die EU-Kommission ist in der Pflicht, zügig so nachzubessern, dass die bürokratischen Belastungen für die Unternehmen nicht ausufern“, forderte Gerstein.
Die neue EU-Verpackungsverordnung soll dazu beitragen, die Umwelt zu entlasten. Für den Lebensmittelhandel, der in großem Umfang Verpackungen einsetzt und häufig grenzüberschreitend agiert, könnten die neuen Pflichten einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand bedeuten.