Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der ab 2028 digitale Kassenbelege zum Standard machen soll. Dies teilte das Bundesfinanzministerium mit. Papierbelege sollen dann grundsätzlich durch digitale Belege ersetzt werden.
„Wir schaffen die Pflicht für Papierbons ab. Digitale Belege werden Standard“, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Der Minister verwies darauf, dass dies weniger Bürokratie für Bürger und Unternehmen bedeute.
Die Neuregelung soll Steuerhinterziehung erschweren. Nach Angaben des Ministeriums gibt es in Deutschland noch häufig offene Ladenkassen, bei denen Einnahmen teils nur handschriftlich oder gar nicht erfasst werden. Dies könne Steuerhinterziehung begünstigen, teilte das Ministerium mit. „Ich will, dass die Ehrlichen nicht die Dummen sind“, so Klingbeil.
Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro müssen den Angaben zufolge ab 2028 elektronische Kassensysteme nutzen. Für kleinere Betriebe sieht der Entwurf Ausnahmen vor. Wer im Jahr weniger als 12.000 Euro Barumsatz macht, muss keine elektronische Kasse nutzen. Weitere Ausnahmen könnten etwa für Vertrauenskassen auf Selbsternte-Feldern oder für die Direktvermarktung in landwirtschaftlichen Betrieben gelten, wie das Ministerium mitteilte.
