Hopfenernte Gefährliche Kombination

Es gibt zu viel Hopfen auf dem Markt. Die Nachfrage gerät unter Druck, und steigende Energiekosten sorgen zusätzlich für eine Belastung der Branche.

Montag, 15. August 2022 - Getränke
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Gefährliche Kombination
Bildquelle: Getty Images, Barth-Haas

Laut dem Weltmarktführer Barth-Haas aus Nürnberg lag die globale Hopfenernte 2021 mit 130.800 Tonnen um 7 Prozent über dem Ergebnis von 2020 und war mit einem Ertrag von etwas über 2 Tonnen pro Hektar eine gute Durchschnittsernte. Das Problem: Die überdurchschnittlichen Ernteergebnisse führten zu einer Überversorgung des Marktes. Diese zeigt sich am deutlichsten auf den Kontraktmärkten. Vertragsangebote und -nachfragen sind rückläufig. „Die Vertragslaufzeiten verkürzen sich aufgrund der unsicheren Erwartungen. Anfragen von Kunden nach Vertragsumstrukturierungen und verzögerte Abrufe der bestellten Hopfenprodukte sind weitere Hinweise auf einen geringeren Bedarf und einen weiteren Aufbau von Lagerbeständen“, erklärt Peter Hintermeier, Geschäftsführer von Barth-Haas. Hinzu komme, dass ein enormer Anstieg der Energiepreise die Hopfenproduktion und -verarbeitung belaste. „Die Hopfenwirtschaft kämpft weltweit mit einem nie da gewesenen Anstieg der Produktionskosten auf allen Stufen der Wertschöpfungskette“, sagt Hintermeier und warnt: „Diese Kostensteigerungen in Verbindung mit Überproduktion sind eine gefährliche Kombination, die uns vor große Herausforderungen stellt. Die internationale Hopfenwirtschaft kann dem nur mit Flächenanpassungen begegnen.“ Nur so sei wieder ein Marktgleichgewicht zu erreichen.

„Kostensteigerungen und Überproduktion stellen uns vor große Herausforderungen.“

Peter Hintermeier, Barth-Haas

Die Braubranche hat sich laut einem Bericht der Nürnberger 2021 weltweit teilweise von den Folgen der Corona-Pandemie erholt und verzeichnet nach deutlichen Verlusten im Vorjahr einen wachsenden Bierausstoß um rund 4 Prozent auf 1,86 Milliarden Hektoliter. Das Absatzniveau nähert sich also den Zahlen von 2019, als 1,91 Milliarden Hektoliter abgesetzt wurden. „Mit nunmehr 85,44 Millionen Hektolitern konnte Deutschland seinen fünften Platz im internationalen Ranking der führenden Biernationen halten“, erläutert Heinrich Meier, Mitautor des Barth-Haas-Berichts. Trotzdem: Der Bierausstoß in Deutschland sank 2021 um 1,8 Prozent. Die Plätze eins bis vier nehmen unverändert China, die USA, Brasilien und Mexiko ein. Fast die Hälfte des weltweit erzeugten Bieres wurde 2021 in diesen Ländern gebraut.

Ein Ausblick auf das laufende Jahr 2022 fällt aktuell laut den Autoren, die die Zahlen bei einer Pressekonferenz präsentierten, schwer. „Wie die gesamte Weltwirtschaft ist auch die Braubranche schwer von den Folgen des Ukraine-Kriegs getroffen. In Russland und der Ukraine werden rund 100 Millionen Hektoliter Bier gebraut.

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